Aktuelles aus dem FDZ (Newsletter)

Ausgabe: 2018 Juni

 

Neue Datensätze am FDZ

KuL-Studie

Wir freuen uns, Ihnen die Daten des Projektes „Kompetenzerwerb und Lernvoraussetzungen (KuL)“ vorstellen zu dürfen, die am FDZ am IQB beantragt werden können. Die Längsschnittstudie KuL wurde im Zeitraum von 2012 bis 2015 an 39 Grundschulen in Nordrhein-Westfalen in ersten Klassen durchgeführt.
Zu Beginn des ersten Schuljahres wurden sowohl familiäre Lernvoraussetzungen anhand von Elterninterviews als auch fachspezifische Kompetenzen, motivationale Merkmale und kognitive Fähigkeiten der Erstklässlerinnen und Erstklässler (N=1065) erfasst. Die Stichprobe der ersten Phase umfasst zusätzlich auch 96 Lehrkräfte, die deren Einschätzungen von und Erwartungen an die Schulkinder schriftlich festhalten.
In der zweiten Phase, in der Mitte des ersten Schuljahres, wurden ausgewählte Unterrichtsstunden gefilmt, um das Verhalten der Schulkinder und ihre Interaktion mit der Lehrkraft aufzuzeichnen. Ergänzend wurden persönliche Befragungen mit den Erstklässlerinnen und Erstklässlern bezüglich der Motivation zum schulischen Lernen, des Fähigkeitsselbstkonzeptes und der Wahrnehmungen der Lehrer-Schüler-Interaktion durchgeführt. Zum Ende des ersten Schuljahres wurden die Fähigkeiten der Kinder sowie die Einschätzungen und Erwartungen der Lehrkräfte erneut erhoben.
Das Ziel der Studie war es, unter Berücksichtigung schulischer und außerschulischer Voraussetzungen die Veränderungen des Kompetenzerwerbs von Schulkindern der ersten Klassenstufe im Zeitverlauf aufzuzeigen.

 

Veranstaltungen

FDZ-Herbstakademie 2018

Unsere nächste Akademie zu Methoden der empirischen Bildungsforschung findet vom 28.–31. August 2018 in Berlin statt.


Zu folgenden Themen werden Workshops angeboten:

28.8.     Einführung in Strukturgleichungsmodelle in R
             (Esther Ulitzsch, FU Berlin)
    
            Einführung Mehrebenenmodelle in Mplus
            (Dr. Katrin Schulz-Heidorf, Universität Hamburg)

29.8.    Stichprobenziehung und Gewichtung in Large-Scale Assessments
           (Dr. Sabine Meinck, IEA Hamburg)
    
            Big Data
           (Prof. Dr. Andrea Hildebrandt, Universität Oldenburg)

30.8.    Einführung in IRT mit R
           (Dr. Carolin Hahnel, DIPF Frankfurt a. M.)
    
           Mischverteilungsmodelle in Mplus
           (Dr. Takuya Yanagida, Universität Wien)

31.8.    Längsschnittliche Strukturgleichungsmodellierung mit R
           (Dr. Martin Schultze & Dr. Claudia Crayen, FU Berlin)
    
           Mehrebenen-Strukturgleichungsmodelle in Mplus
           (Dr. Takuya Yanagida, Universität Wien)

 

Symposium “Research Data Centers and Their Contribution to Open Science in Psychology”

Unter der Leitung von Malte Jansen, Débora Maehler und Erich Weichselgartner findet auf dem 51. DGPs-Kongress in Frankfurt a. M. vom 15.-20. September 2018 ein Symposium zur Rolle der Forschungsdatenzentren in Bezug auf Open Science in der Psychologie statt.

Teilnehmen werden Vertreterinnen und Vertreter der Forschungsdatenzentren GESIS, paifam, PsychData, IQB, SOEP, NEPS und DEAS. Sie werden einen Überblick über die verfügbaren Datensätze an diesen sieben Forschungsdatenzentren geben sowie über Qualitätssicherung und Vorteile der Sekundärdatennutzung berichten.

Weitere Informationen unter:
www.dgpskongress.de

 

Studien im Blickpunkt

In dieser Rubrik stellen wir Ihnen regelmäßig empirische Arbeiten vor, die aus Datennutzungsanträgen an unserem FDZ entstanden sind. Dabei wählen wir Publikationen aus, die das Potenzial von Sekundäranalysen verdeutlichen.

Diesmal stellen wir Ihnen eine Studie von Fabian Wolff und Kolleginnen & Kollegen vor, die 2018 im Journal of Educational Psychology veröffentlicht wurde. In diesem Artikel wurden simultane Effekte sozialer, temporaler und dimensionaler Vergleichsprozesse auf das akademische Selbstkonzept von Schülerinnen und Schülern in den Blick genommen.
Die Analysen basieren auf Primärdaten der Forschenden sowie auf Daten der längsschnittlichen ELEMENT-Studie, die an unserem FDZ beantragt werden kann. Die Studie zeigt eindrucksvoll, wie sich Primärdaten aus einem experimentellen Design und Sekundärdaten aus Large-Scale Assessments zur Beantwortung einer wissenschaftlichen Fragestellung kombinieren lassen.

Als Ergebnis zeigte sich, dass Schülerinnen und Schüler bei der Ausbildung ihrer Fähigkeitsselbsteinschätzungen soziale Vergleiche zu ihren Mitschülerinnen und Mitschülern, temporale Vergleiche zu ihren vorherigen schulischen Leistungen und dimensionale Vergleiche ihrer eigenen Fähigkeiten zwischen verschiedenen Fächern nutzen und die daraus gewonnen Informationen integrieren. Inwieweit Abwärts- bzw. Aufwärtsvergleiche (z. B. mit schwächeren bzw. besseren Mitschülerinnen und Mitschülern) das akademische Selbstkonzept unterschiedlich beeinflussen, können Sie in der unten zitierten Publikation nachlesen.

Zum Nachlesen:
Wolff, F., Helm, F., Zimmermann, F., Nagy, G., & Möller, J. (2018). On the effects of social, temporal, and dimensional comparisons on academic self-concept. Journal of Educational Psychology. Advance online publication.
http://dx.doi.org/10.1037/edu0000248

 

 

 

Kontakt

Monika Lacher
Assistentin der FDZ-Leitung
(030) 2093-46552

fdz@
iqb.hu-berlin.de

CR