Aktuelles aus dem FDZ (Newsletter)

Ausgabe: 2019 Mai

 

Neue Datensätze am FDZ

 

BELLA

Wir freuen uns, Ihnen die Daten des Projektes „Berliner Erhebung der Lernausgangslagen arbeitsrelevanter Basiskompetenzen von Schülerinnen und Schülern mit Förderbedarf ‚Lernen‘ (BELLA)“ vorstellen zu dürfen, die nun am FDZ am IQB beantragt werden können.

Die Querschnittstudie BELLA wurde im Zeitraum 2005 bis 2008 an Berliner Schulen in den Jahrgangsstufen 7 bis 10 durchgeführt. Für die Untersuchung wurden sowohl Schülerinnen und Schüler an Förderschulen, allgemeinbildenden Schulen als auch an Berufsschulen ausgewählt (N=4.481). Der Fokus der Studie lag auf Schülerinnen und Schülern mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt Lernen. Sieben Leistungstests – mit den Schwerpunkten allgemeine Fachleistung in Mathematik, Deutsch-Leseverständnis, Deutsch-Wortschatz, Informationsgewinnung aus so genannten „diskontinuierlichen Texten“, Problemlösen, technisches und ökonomisches Verständnis – wurden in diesem Projekt eingesetzt, um die Wissensstände der Jugendlichen zu erfassen. Die kognitiven Fähigkeiten der beteiligten Schülerinnen und Schüler wurden mit der Kurzform des sprachfreien Intelligenztests CFT 20 gemessen. Weiterhin kamen Fragebögen für die Lehrkräfte und die Schülerschaft zum Einsatz, um schul- und unterrichtsbezogene Merkmale sowie die Einstellung zur Arbeit in den Schülerfirmen zu erheben. Ziel der Studie war es, die Leistungs- und Entwicklungsstände von Schülerinnen und Schülern mit dem sonderpädagogischen Förderbedarf Lernen zu erfassen und die Qualität der Förderung dieser Schülerinnen und Schüler, besonders vor dem Hintergrund des Übergangs von Schule in Ausbildung und der selbständigen Lebensführung, zu verbessern.

Veranstaltungen

 

FDZ-Herbstakademie 2019 zu Methoden der empirischen Bildungsforschung (27. - 30. August 2019)

 

Zu folgenden Themen werden Workshops angeboten:

 

Di, 27.08.

  • Einführung in Strukturgleichungsmodelle in R
  • Datenaufbereitung und deskriptive Statistik in R

 

Mi, 28.08.     

  • Längsschnittliche Strukturgleichungsmodelle in R
  • Einführung in R

 

Do, 29.08.    

  • Einführung Mehrebenenmodelle in R
  • Einführung in zeitdiskrete und zeitstetige Panel-Modelle mit dem R-Paket ctsem

 

Fr, 30.08.      

  • Umgang mit fehlenden Werten
  • Analyse von Log-Daten mit R

Anmeldung: https://www.iqb.hu-berlin.de/institut/v/v011

 

Science Slam auf der 8|KSWD

 

Am 02. und 03. 03. 2020 findet die 8. Konferenz für Sozial- und Wirtschaftsdaten in Berlin statt.Neben einem Call for Posters für Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen  (www.ratswd.de/8kswd/call-for-posters) wird es auch einen Science Slam geben. Nutzende von Daten, die aus einem der vom RatSWD akkreditierten Forschungsdatenzentren stammen, sind aufgerufen, sich dafür mit einem Vortrag über ihre Forschung an und mit diesen Daten zu bewerben. Anmeldeschluss ist der 01. 07. 2019. Weitere Informationen dazu können in der Geschäftsstelle erfragt werden (office@ratswd.de, Dr. Nora Dörrenbächer).

 

Studien im Blickpunkt

 

In dieser Rubrik stellen wir Ihnen regelmäßig empirische Arbeiten vor, die aus Datennutzungsanträgen an unserem FDZ entstanden sind. Dabei wählen wir Publikationen aus, die das Potenzial von Sekundäranalysen verdeutlichen.

Heute steht eine Studie von Fabian Wolff (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel) und Kolleginnen und Kollegen im Blickpunkt, die 2018 in der Zeitschrift Journal of Educational Psychology erschienen ist.

Für ihre Analysen in der ersten Teilstudie nutzten sie die Daten der längsschnittlichen ELEMENT-Studie. Zusätzlich führten die Autorinnen und Autoren eigene Datenerhebungen durch. Mittels Strukturgleichungsmodellen und Mehrebenenanalysen untersuchten sie, wie drei verschiedene Vergleichsprozesse gemeinsam die Ausbildung des akademischen Selbstkonzepts beeinflussen: soziale Vergleiche mit anderen Schülerinnen und Schülern, dimensionale Vergleiche der eigenen Leistungen zwischen verschiedenen Schulfächern sowie temporale Vergleiche der eigenen Leistungen mit vorangegangenen Leistungen.Es zeigte sich, dass Schülerinnen und Schüler in leistungsstärkeren Klassen niedrigere Selbstkonzepte berichten als in leistungsschwächeren Klassen (soziale Vergleiche). Während die schulischen Leistungen innerhalb eines Faches positiv mit dem akademischen Selbstkonzept zusammenhingen, zeigten sich zwischen Fächern negative Zusammenhänge zwischen Leistungen und Selbstkonzept (dimensionale Vergleiche). Außerdem führten Leistungszuwächse zu einer Steigerung des akademischen Selbstkonzepts (temporale Vergleiche).Welche dieser Vergleichsprozesse das Selbstkonzept am stärksten beeinflusst und wie die Ähnlichkeit zwischen Schulfächern mit dimensionalen Vergleichen zusammenhängt, können Sie hier nachlesen:

Wolff, F., Nagy, G., Retelsdorf, J., Helm, F., Köller, O., & Möller, J. (2018). The 2I/E model: Integrating temporal comparisons into the internal/external frame of reference model. Journal of Educational Psychology. Advance online publication. doi: http://dx.doi.org/10.1037/edu0000319

 

 

Kontakt

Monika Lacher
Assistentin der FDZ-Leitung
(030) 2093-46552

fdz@
iqb.hu-berlin.de

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