FDZ-Newsletter 04/2021

Themen des aktuellen Newsletters:

Neue Datensätze am FDZ am IQB

LISA 5

Unser Datenbestand zur Lesekompetenz wächst weiter und umfasst nun auch den fünften Erhebungszeitpunkt der längsschnittlichen Studie Lesen in der Sekundarstufe (LISA), diese steht nun am FDZ am IQB für Ihre Anträge und Analysen bereit!

Schwerpunkt des LISA-Projekts war die längsschnittliche Erfassung von Leseverstehen und Lesemotivation von Schülerinnen an weiterführenden Schulen. Die 2004/05 gestartete Kohorte umfasste zum 5. Erhebungszeitpunkt im Schuljahr 2010/11 insgesamt 1.579 Schülerinnen der 11. Jahrgangsstufe an allgemeinbildenden Gymnasien und Gesamtschulen in Schleswig-Holstein. Neben dem verkehrssprachlichen Leseverstehen wurden auch Lese- und Hörverstehensleistungen im Fach Englisch getestet. Außerdem wurden Informationen zu Motivation und Einstellung zum Lesen, zum Englischen und zum Englischunterricht, der sozialen Herkunft und beruflichen Interessen erhoben. Der Datensatz von LISA 5 erlaubt dadurch vielfältige Analysen von Englischleistungen und Lesekompetenzen vor dem Hintergrund detaillierter personaler und motivationaler Merkmale.

MoMa

Mit der Studie Motivationsförderung im Mathematikunterricht (MoMa) wächst unser Datenbestand um eine spannende Interventionsstudie. Wir freuen uns, Ihnen diese Daten nun verfügbar machen und vorstellen zu können.

Die Studie untersuchte mittels eines experimentellen Forschungsdesigns mit Prä- Post- und Follow-up-Erhebungen die Wirksamkeit einer Intervention zur Steigerung der wahrgenommenen Relevanz von Mathematik im Klassenkontext. Die Erhebungen fanden im Zeitraum zwischen September 2012 und März 2013 statt. Die 73 teilnehmenden Mathematiklehrkräfte und ihre insgesamt 82 Mathematikklassen der neunten Jahrgangsstufe an Gymnasien in Baden-Württemberg wurden dazu innerhalb der Schulen zufällig einer von zwei Interventions- oder einer Wartekontrollgruppe zugewiesen. Die insgesamt 1.978 Schülerinnen wurden zum Prätest zu Beginn des Schuljahres, zum Post-Test sechs Wochen nach der Intervention und zum Follow-Up Mitte des zweiten Schulhalbjahres jeweils zu ihren Wertüberzeugungen und Einstellungen bezüglich der Mathematik und ihrer Wahrnehmung des Mathematikunterrichts befragt. Im Anschluss an die Intervention führten sie zudem vier Wochen lang ein Hausaufgabentagebuch. Dadurch lässt sich die Wirkung der Maßnahmen sowohl kurz- als auch mittel- und längerfristig untersuchen. Mit Hilfe der Einschätzungen der Schülerinnen durch ihre Mathematiklehrkräfte zu allen Zeitpunkten lassen sich zusätzlich Entwicklungen über den Großteil eines Schuljahres nachzeichnen. Zum Prätest wurden zudem Kontextinformationen der Lehrkräfte und Eltern sowie deren jeweilige Einstellungen zur Mathematik und ihr Umgang mit Hausaufgaben erhoben.

StEG Systemmonitoring

Ab sofort können Sie nun auch die dritte Erhebungswelle des Projekts Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen: Systemmonitoring (StEG Systemmonitoring) am FDZ am IQB beantragen.

Die neu verfügbaren Daten aus dem Jahr 2018 mit insgesamt 1.355 Ganztagsschulen ergänzen die beiden ersten Erhebungswellen aus den Jahren 2012 (N = 1.292 Ganztagsschulen) und 2015 (N = 1.519 Ganztagsschulen). Die bundesweit repräsentative Stichprobe liefert Daten zur aktuellen Ganztagsschullandschaft. So finden sich in den Datensätzen Informationen über die Struktur, Ausgestaltung und den Inhalt des Ganztagsbetriebs. Zusätzlich ermöglicht das Projekt die Untersuchung von Trendentwicklungen auf Schulebene.

SEIKA-NRW

Etwas mehr als ein Jahr nach der Veröffentlichung von Modul 2 freuen wir uns, Ihnen nun auch die Daten aus dem Modul 3 des Projektes Sprachbildung und -entwicklung im Kita-Alltag in Nordrhein-Westfalen (SEIKA-NRW) verfügbar machen zu können.

Anhand der Daten können unter anderem die Effekte der Sprachförderlinien des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen auf die Sprachentwicklung auch längsschnittlich über drei Jahre hinweg untersucht werden. Für die Stichprobe des Längsschnitts wurden alle Kinder, die im Alter von 2 bis 3 Jahren bereits an der Querschnittserhebung teilgenommen hatten, in die Längsschnittstichprobe übernommen. Für die folgenden Erhebungen wurde die Stichprobe jeweils mit Kindern aufgefrischt, die in der Zwischenzeit in die Kita gekommen waren und dem Alter nach zur Stichprobe gehörten. Insgesamt umfassen die Längsschnittdaten 1.047 Kinder aus 221 Gruppen und 93 Einrichtungen. Zu jedem Erhebungszeitpunkt wurden Informationen auf mehreren Ebenen erhoben. Einrichtungs- und Gruppenleitungen wurden jeweils zum strukturellen Kontext der Kita bzw. der Gruppe befragt. Jedes Kind wurde einzeln durch einen Erzieherin eingeschätzt. Weiterhin liegen Elternfragebögen und Gruppenbeobachtungen nach dem CLASS-Pre-K-Verfahren vor. In jeder Welle fand eine Testung der teilnehmenden Kinder hinsichtlich ihrer sprachlichen Kompetenzen und ihrer kognitiven Fähigkeiten statt. Mit den erhobenen Informationen soll insbesondere auch eine Untersuchung von Zusammenhängen der Sprachentwicklung der Kinder mit familiären und außerfamiliären Faktoren ermöglicht werden.

Studien im Blickpunkt

In dieser Rubrik stellen wir Ihnen regelmäßig empirische Arbeiten vor, die aus Datennutzungsanträgen, die am FDZ am IQB gestellt wurden, entstanden sind. Dabei wählen wir Publikationen aus, die das Potenzial von Sekundäranalysen verdeutlichen.

Diesmal geht es um einen Artikel von Daniel Schmerse, der im letzten Jahr in der Zeitschrift Child Developement veröffentlicht wurde. Diese Studie untersuchte anhand der Daten von BiKS 3-10 den Zusammenhang der Qualität der Kind-Erzieher*innen-Beziehung in der Vorschulzeit und der späteren Mathematik- und Lesekompetenz der Grundschulkinder. In moderierten Mediadtionsanalysen wurden Einflüsse motivationaler Merkmale und des sozioökonomischen Status der Familie sowie weiterer Kontrollvariablen auf die Leistungen in der 2. Jahrgangsstufe betrachtet. Es zeigte sich, dass positive Lern- und Leistungseinstellungen von Grundschulkindern bereits in der Vorschule gefördert werden können. Was dieses Ergebnis für Kinder mit niedrigerem sozioökonomischen Hintergrund bedeutet, können Sie in der Studien nachlesen:

Schmerse, D. (2020). Preschool Quality Effects on Learning Behavior and Later Achievement in Germany: Moderation by Socioeconomic Status. Child Development, 91: 2237-2254. https://doi.org/10.1111/cdev.13357

 

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Kontakt

Christin Rüdiger
Forschungsdatenzentrum (FDZ)
(030) 2093.46508

christin.ruediger@
iqb.hu-berlin.de

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