FDZ-Newsletter 39/2022

Neue Datensätze am FDZ

StEG-Tandem

Besonders aufmerksame Leser*innen unseres Newsletters könnten sich in den letzten zwei Monaten gewundert haben: "Wurde nicht eine Datenveröffentlichung angekündigt?"

Unsere Voraussicht war offenbar ein wenig zu optimistisch, doch nun endlich können wir bekanntgeben: Die Daten zu StEG-Tandem sind veröffentlicht und warten auf Ihre Datennutzungsanträge!

Bereits im letzten Newsletter hatten wir über die Struktur der Daten geschrieben, weshalb wir uns hier auf eine Kurzfassung beschränken möchten. Das Teilprojekt StEG-Tandem untersuchte die Effekte der Implementation von Peer Learning und Peer Mentoring für Schüler*innen der fünften Jahrgangsstufe an fünf hessischen Gesamtschulen. Besonders hervorzuheben ist das "doppelt" längsschnittliche Experimentaldesign mit zwei Messzeitpunkten in der Kontrollgruppe und drei weiteren Erhebungen in der Treatmentgruppe ein Jahr später.

Veranstaltungen

FDZ-Frühjahrsakademie 2022

Die Frühjahrsakademie des FDZ am IQB zu Methoden der empirischen Bildungsforschung konnte auch dieses Frühjahr online veranstaltet werden und war wieder ein voller Erfolg. Vom 29. März bis 1. April kamen die Teilnehmenden virtuell zusammen, besuchten die Vorträge, übten und tauschten sich in Breakout-Session aus, um ihre Methodenkenntnisse zu erweitern. Alle 8 Workshops zu den Themen Item-Response-Modelle in R, Response Surface Analysis, Einführung in Mehrebenenmodelle in R, Kausale Inferenz und Matchingverfahren in R, Programming in R, Growth Curve Models in R oder Machine Learning waren ausgebucht. Die nächste FDZ-Methodenakademie findet im Herbst 2022 statt. Näheres erfahren Sie über unsere Website und via Newsletter (hier bekommen Sie die Einladung, bevor sie über andere Verteiler gestreut wird).

GEBF

Das FDZ am IQB war an einem Symposium zum Thema „Open Science – Kulturwandel zu einer offenen Bildungsforschung?“ auf der virtuellen Jahrestagung der Gesellschaft für empirische Bildungsforschung (GEBF) beteiligt, die Anfang März 2022 stattfand. Malte Jansen, Claudia Neuendorf und Aleksander Kocaj stellten im Rahmen des Symposiums Strategien zur Erhöhung der Robustheit und Generalisierbarkeit von Sekundäranalysen auf Basis großer Bildungsstudien vor. Die Folien aller Symposiumsvorträge finden sich hier:

https://osf.io/ysfxu

Die Präsentation war an einen vor kurzem erschienenen Zeitschriftenbeitrag angelehnt:

Jansen, M., Neuendorf, C., & Kocaj, A. (2021). Welche Potenziale bieten Sekundäranalysen für die Erhöhung von Forschungsqualität und Replizierbarkeit. Zeitschrift für Pädagogik, 67(6), 840–859. https://doi.org/10.3262/ZP2106840

In dem Beitrag wird insbesondere auf die Methoden der integrativen Datenanalyse (IDA) und der Multiversumsanalyse eingegangen, mit denen sichtbar gemacht werden kann, wie der Datensatz und die Wahl einer Analysestrategie Variation in den Befunden von Sekundäranalysen erzeugen.

Studien im Blickpunkt

In dieser Rubrik stellen wir Ihnen regelmäßig empirische Arbeiten vor, die aus Datennutzungsanträgen, die ans FDZ am IQB gestellt wurden, entstanden sind. Dabei wählen wir Publikationen aus, die das Potenzial von Sekundäranalysen verdeutlichen.

Diesmal berichten wir von einem Artikel von Julia Kretschmann, Andrea Westphal und Miriam Vock, der letztes Jahr in der Zeitschrift Learning and Instruction veröffentlicht wurde. Dafür untersuchten die Autorinnen mithilfe des IQB-Ländervergleichs 2011, wie das relative Alter von Grundschüler*innen einer Klasse mit ihrer Selbstwahrnehmung der schulischen Leistungen, ihrer sozialen Akzeptanz in der Klasse und der Beurteilung ihrer Fähigkeiten durch die Lehrenden zusammenhängt. Zur Beantwortung der Fragestellungen führten sie eine mehrstufige Regression durch, um für die Kovariaten auf individueller und auf Klassenebene zu kontrollieren. Schließlich zeigten sie, dass es keine signifikanten relativen Alterseffekte innerhalb der Klasse bei den einzelnen Ergebnissen gab, mit Ausnahme eines kleinen Vorteils für die Jüngsten in ihrem Leseselbstkonzept. Die Ergebnisse der Studie widersprechen damit der gängigen Annahme, dass jüngere Schüler*innen einer Klasse im Vergleich zu ihren älteren Mitschüler*innen benachteiligt sind.

Weitere Ergebnisse können Sie gerne hier nachlesen:

Kretschmann, J., Westphal, A., & Vock, M. (2021). Does it pay to be one of the oldest in class? Relative age effects on academic self-concept, peer relations, and teacher judgments in German primary schools. Learning and Instruction, 74(4), 101463. https://doi.org/10.1016/j.learninstruc.2021.101463

LP
Kontakt

Lisa Pegelow
Verbund Forschungsdaten Bildung (VerbundFDB)
(030) 2093.46546

lisa.pegelow@
iqb.hu-berlin.de