Aktuelles aus dem FDZ (Newsletter)

Ausgabe 05/2020

COVID-19

 

Liebe Kolleg*innen, liebe Freund*innen des FDZ am IQB,

die COVID-19-Pandemie hat unser aller Leben in den letzten Wochen durcheinandergebracht und sich natürlich auch auf die Arbeit an unserem Forschungsdatenzentrum ausgewirkt. Die FDZ-Frühjahrsakademie 2020 musste leider abgesagt werden. Wir planen, das gleiche Programm auf der FDZ-Herbstakademie anzubieten und diskutieren gerade auch virtuelle Lösungen für die Workshops. Das FDZ am IQB befindet sich wie das ganze IQB und alle öffentlichen Hochschulen und Forschungsinstitute in Berlin im Präsenznotbetrieb. Fast alle Mitarbeitenden gehen ihren Aufgaben von zuhause aus nach und müssen dabei teilweise gleichzeitig ihre Kinder betreuen. Wir haben versucht, unsere Zusammenarbeit möglichst gut auf die neue Situation einzustellen. Alle Arbeitsprozesse am FDZ am IQB laufen weiter. Wir bearbeiten weiterhin gerne Ihre Datennutzungsanträge, beraten Sie zu Ihren sekundäranalytischen Forschungsprojekten und stellen neue Datensätze für Sie bereit. Allerdings bitten wir um Ihr Verständnis, wenn es aufgrund des Notbetriebs zu Verzögerungen kommt. In unserem ersten Newsletter im Jahr 2020 möchten wir Sie nun über Neuigkeiten zu unserem Datenbestand und weitere Themen informieren.

Wir hoffen, dass es Ihnen in dieser merkwürdigen und schwierigen Zeit gut geht und wünschen Ihnen Gesundheit und viel Erfolg mit Ihren Forschungsprojekten auf Basis unserer Forschungsdaten!

Herzliche Grüße vom ganzen FDZ-Team

Malte Jansen

 

Neue Datensätze und Materialien am FDZ am IQB

SEIKA-NRW

http://doi.org/10.5159/IQB_SEIKA-NRW_v1

Wir freuen uns, Ihnen die seit neuestem am FDZ am IQB verfügbaren Daten der Studie SEIKA-NRW (Sprachbildung und -entwicklung im Kita-Alltag) vorzustellen. Das von der Ruhr-Universität Bochum (RUB) durchgeführte Evaluationsprojekt untersuchte den Sprachentwicklungsstand von mehr als 2.000 Kindern zwischen 2,5 und 6,5 Jahren an 99 Kitas in Nordrhein-Westfalen. Hierzu wurden Einrichtungs- und Gruppenleitungen befragt, Kinder umfangreich getestet (Wortschatz, kognitive Entwicklung, Sprachentwicklung) und Beobachtungen zur Interaktionsqualität in den 177 Kitagruppen durchgeführt. Die Daten beinhalten daher Informationen zu den Einrichtungen, den jeweiligen Kitagruppen und deren Betreuungsqualität.

BilWiss Version 5

http://doi.org/10.5159/IQB_BilWiss_v5

Für die längsschnittliche Studie BilWiss (Bildungswissenschaftliches Wissen und der Erwerb professioneller Kompetenz in der Lehramtsausbildung) steht seit April 2020 eine neue Datenversion für Re- und Sekundäranalysen bereit. Version 5 wurde zum einen um zwei Messzeitpunkte der Haupterhebung (insgesamt liegen nun Daten zu 6 Messzeitpunkten vor) sowie zum anderen um einen neuen längsschnittlichen Datensatz ergänzt. Dieser umfasst vier Messzeitpunkte mit Testdaten zum bildungswissenschaftlichen Wissen Studierender in Nordrhein-Westfalen.

Campus Files zur Studie PISA Plus 2012-2013

http://doi.org/10.5159/IQB_PISA_Plus_2012-13_CF_v1

Zusätzlich zu den Scientific Use Files können am FDZ am IQB nun auch Campus Files zur Studie PISA Plus 2012-2013 beantragt werden. Die Campus Files eignen sich zum Einsatz in der universitären Lehre. Damit lassen sich beispielsweise Analysemethoden für Large-Scale-Assessments (z. B. Berücksichtigung der komplexen Stichprobenziehung und hierarchischen Datenstruktur) oder Datenaufbereitsschritte vermitteln.

PISA Plus 2012-2013 ist eine Erweiterung der deutschen PISA 2012-Studie um einen zweiten Messzeitpunkt. Dadurch können Leistungszuwächse von Neuntklässler*innen in Mathematik, im Leseverständnis und in den Naturwissenschaften im Verlauf eines Schuljahres untersucht werden. Zusätzlich stehen Befragungsdaten der Schüler*innen zu individuellen Lernvoraussetzungen und Merkmalen der Lernumgebung bereit, die auch mit psychosozialen Merkmalen (z. B. Schulzugehörigkeit) in Verbindung gesetzt werden können.

Die Campus Files können auf unserer Homepage unter Nutzung einer universitären E-Mailadresse heruntergeladen werden:
www.iqb.hu-berlin.de/fdz/studies/Datenzugang/CF-Antrag/AntragsformularCF

 

Tools im Blickpunkt

In dieser neuen Rubrik möchten wir Ihnen regelmäßig Informationen zu Forschungsmethoden und Statistik-Tools für die empirische Bildungsforschung präsentieren.

Lernplattform für R an der Humboldt-Universität zu Berlin

Die am Institut für Psychologie der HU Berlin angesiedelte Methodengruppe Berlin hat eine Lernplattform für das Statistikprogramm R erstellt, die unter folgendem Link erreichbar ist: http://methods-berlin.com/de/r-lernplattform/

Dort findet man Einführungen, Übungen sowie eine Sammlung von Antworten zu häufig gestellten Fragen. Es werden Einstiegsthemen wie die Installation von R, die Nutzung von Paketen und das Einlesen von Daten sowie weiterführende Themen wie Datenvorbereitung, der Umgang mit fehlenden Werten sowie die Erstellung von Grafiken behandelt. Die Seite befindet sich in stetiger Überarbeitung und Erweiterung. Feedback zur Optimierung der Plattform ist sehr willkommen.

Neues R-Paket „misty“ für deskriptive Statistiken und Datenmanagement

Im Februar wurde das R-Paket „misty“ von Takuya Yanagida (Universität Wien) veröffentlicht. Das R-Paket umfasst hilfreiche Funktionen, um einen Überblick über Datensätze zu erhalten und diese für weitere Analysen aufzubereiten. Dazu zählen u. a. deskriptive Statistiken für Datensätze mit Mehrebenenstruktur, Analyse fehlender Werte, Rekodierung und Skalenbildung von Variablen sowie das Ein- und Auslesen von Datensätzen in SPSS- und Mplus-Formaten. Eine instruktive Beschreibung des Pakets findet sich hier: https://cran.r-project.org/web/packages/misty/vignettes/misty.pdf

 

Studien im Blickpunkt

In dieser Rubrik stellen wir Ihnen regelmäßig empirische Arbeiten vor, die aus Datennutzungsanträgen, die ans FDZ am IQB gestellt wurden, entstanden sind. Dabei wählen wir Publikationen aus, die das Potenzial von Sekundäranalysen verdeutlichen.

Heute berichten wir über eine Studie von Cansu Atlay (Universität Tübingen) und Kolleg*innen, die 2019 in der Zeitschrift Learning and Instruction erschienen ist.

Auf Basis der längsschnittlichen Studie PISA-I-Plus 2003, 2004 (http://doi.org/10.5159/IQB_PISA_I_Plus_v1) untersuchten sie, wie die wahrgenommene Unterrichtsqualität (kognitive Aktivierung, Klassenmanagement und unterstützendes Lernklima) mit den schulischen Kompetenzen in Mathematik zusammenhängt. Der Fokus der Studie lag darauf, ob sich differenzielle Effekte in Abhängigkeit vom Bildungshintergrund der Eltern (ISCED) nachweisen lassen. Anhand von Mehrebenenanalysen fanden die Forschenden insgesamt einen positiven Zusammenhang zwischen dem Klassenmanagement und den Mathematikleistungen der Schüler*innen. Für die Unterrichtsdimensionen der kognitiven Aktivierung und des unterstützenden Lernklimas zeigten sich differenzielle Effekte auf die schulischen Kompetenzen von Schüler*innen mit einem hohen ISCED im Vergleich zu Schüler*innen mit einem mittleren oder niedrigen ISCED. In welche Richtung diese differenziellen Effekte ausgeprägt waren und wie diese beiden Unterrichtsdimensionen soziale Disparitäten im Kompetenzerwerb moderieren, können Sie hier nachlesen:

Atlay, C., Tieben, N., Hillmert, S., & Fauth, B. (2019). Instructional quality and achievement inequality: How effective is teaching in closing the social achievement gap? Learning and Instruction, 63, 1-10. https://doi.org/10.1016/j.learninstruc.2019.05.008

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