FAQ - Häufig gestellte Fragen

Hier finden Sie die 25 meistgestellten Fragen mit den entsprechenden Antworten. Sollten Sie eine Frage haben, die auf dieser Seite nicht beantwortet wird, so wenden Sie sich bitte an die VERA-Koordination (siehe Kontaktbox rechts) oder an die entsprechende Stelle in Ihrem Land (den Link zu der Informationsseite Ihres Landes finden Sie hier).

1. Welche Ziele werden mit VERA verfolgt?
2. Wie werden die Testhefte zusammengestellt?
3. Warum gibt es bestimmte Aufgabentypen und wie werden diese Aufgaben bewertet?
4. Warum werden keine Teilleistungen bewertet?
5. Worin besteht der Unterschied zwischen einer Klassenarbeit und einem VERA-Test?
6. Worin besteht der Unterschied zwischen den VERA-Aufgaben und Aufgaben in einem Schulbuch?
7. Wie verteilen sich die Aufgaben auf die Kompetenzstufen?
8. Darf VERA benotet werden?
9. Wer korrigiert die Vergleichsarbeiten?
10. Warum ist das IQB nicht für die Auswertung der Vergleichsarbeiten zuständig?
11. Wieso ist VERA immer so lang und für einige Schülerinnen und Schüler nicht zu schaffen?
12. Welche Informationen liefert der Test, wenn viele Themen nicht Gegenstand des Lehrplans sind?
13. Ist eine Schullaufbahnentscheidung durch VERA möglich?
14. Schwierigkeit einer Aufgabe – was bedeutet das?
15. Was ist eine Pilotierung?
16. Wie läuft eine Pilotierung ab?
17. Warum sind die Testhefte für die 3. Klasse bei der Pilotierung so lang?
18. Warum findet sich in den Aufgaben in den Fremdsprachen so viel unbekanntes Vokabular?
19. Wird in Mathematik Lesekompetenz gemessen?
20. Warum werden manche Hörsequenzen einmal, andere zweimal abgespielt?
21. Warum werden die Höraufgaben in Dialekten gesprochen, die die Schülerinnen und Schüler nicht verstehen?
22. Warum dürfen in den Fremdsprachen keine Wörterbücher verwendet werden?
23. Werden fehlende Oberzeichen, i-Punkte und t-Striche in VERA als Fehler gewertet?
24. Wozu dient das Informationsmaterial auf der IQB-VERA-Webseite?
25. An wen kann man sich wenden, wenn man inhaltliche Fragen zu VERA hat?
26. An wen kann man sich wenden, wenn man technische Fragen zu VERA hat?

1. Welche Ziele werden mit VERA verfolgt?

Die Durchführung landesweiter Vergleichsarbeiten (bzw. Kompetenztests oder Lernstandserhebungen) in allen Ländern der Bundesrepublik Deutschland ist Teil der 2006 verabschiedeten Gesamtstrategie der Kultusministerkonferenz (KMK) zum Bildungsmonitoring. Die KMK hat im März 2012 in einer Vereinbarung zur Weiterentwicklung von VERA bekräftigt, dass die zentrale Funktion der Vergleichsarbeiten die Unterrichts- und Schulentwicklung ist.

VERA unterstützt die Einführung (Implementation) fachlicher und fachdidaktischer Konzepte der Bildungsstandards und gibt Hinweise zur kompetenzorientierten Weiterentwicklung des Unterrichts.

In der Ende 2010 erschienenen Konzeption der KMK zur Nutzung der Bildungsstandards für die Unterrichtsentwicklung wird zudem bekräftigt, dass Leistungsrückmeldungen aus Vergleichsarbeiten als zentraler Bestandteil eines datengestützten Entwicklungskreislaufs an einer Schule fungieren sollen. Rückmeldungen aus Vergleichsarbeiten können nur dann sinnvoll genutzt werden, wenn sie von den Lehrerinnen und Lehrern als nützliches Feedback verstanden werden, aus dem sich Impulse zur Weiterentwicklung des Fachunterrichts herauslesen lassen.

Die pädagogischen Potenziale von VERA für Lehrkräfte und Schulen können gesehen werden bei

  • der durchgängigen Kompetenzorientierung der Testaufgaben,
  • der Feststellung des Lern- und Unterstützungsbedarfs in den überprüften fachlichen Bereichen,
  • dem „Blick von außen“, d. h. den multiplen Vergleichsmöglichkeiten zum Lernstand der eigenen Klasse bzw. Lerngruppe für eine schulübergreifende Qualitätssicherung,
  • der Stärkung der diagnostischen Kompetenz von Lehrkräften,
  • der Unterstützung der Umsetzung der Kernlehrpläne und nationalen Bildungsstandards,
  • der Nutzung der Ergebnisrückmeldungen für kooperative Unterrichtsentwicklung im Kollegium.

Wichtiges Hilfsmittel zur Umsetzung stellt hierbei das Arbeiten mit Aufgabenbeispielen und den didaktischen Materialien dar, die vom IQB entwickelt und bereitgestellt werden. Zudem bieten die Länder i. d. R. über ihre Landesinstitute Informations- und prozessbegleitende Materialien, Fortbildungen und Beratung an, die Schulen bei der Planung, Durchführung und dem Umgang mit den Rückmeldungen unterstützen.

2. Wie werden die Testhefte zusammengestellt?

Unter Federführung des IQB werden die Aufgaben länderübergreifend von Lehrkräften erarbeitet, von Fachdidaktikerinnen und Fachdidaktikern an Hochschulen überprüft und bewertet. Die Aufgaben werden grundsätzlich – bevor sie im Test eingesetzt werden – mehrfach erprobt („präpilotiert“ und „pilotiert“). Nur Aufgaben, die in diesen Erprobungen nach eingehender Überprüfung erkennen lassen, dass sie die in den Bildungsstandards beschriebenen Kompetenzen überprüfen, werden bei VERA eingesetzt. In VERA-3 erhalten alle Schülerinnen und Schüler das gleiche Testheft. Für VERA-8 erstellt das IQB zwei Testheftversionen (ein eher leichtes und ein eher schwieriges Testheft), die in unterschiedlichen Bildungsgängen eingesetzt werden können. Die Entscheidung über den Einsatz der jeweiligen Testheftversion in den einzelnen Bildungsgängen wird in den Ländern getroffen. Die Aufgaben sind in den Testheften in der Regel so angeordnet, dass innerhalb eines Testabschnitts die Schwierigkeit ansteigt. Somit beginnen die Schülerinnen und Schüler jeden Abschnitt mit leichten Aufgaben und beenden ihn mit schwierigen Aufgaben.

3. Warum gibt es bestimmte Aufgabentypen und wie werden diese Aufgaben bewertet?

Ein zentrales Kriterium für VERA-Aufgaben ist, dass verschiedene Personen bei der Auswertung von Antworten zur gleichen Bewertung kommen. Dies gelingt am einfachsten mit Ankreuzaufgaben und kurzen Antworten, bei denen Schülerinnen und Schüler beispielsweise nur einen Begriff oder eine Zahl angeben müssen. Solche Ergebnisse lassen allerdings nur bedingt Rückschlüsse auf Lösungswege von Schülerinnen und Schülern zu. Dass Vergleichsarbeiten nicht nur solche Aufgaben enthalten, liegt u. a. an den Kompetenzmodellen, die den Bildungsstandards zugrunde liegen, zu denen auch kommunikative und argumentative Kompetenzen gehören. Bei einem schriftlichen Test wie VERA ist es deshalb erforderlich, dass Schülerinnen und Schüler auch eigene Texte verfassen. Die Aufgaben bezüglich der Erwartungen an die Schülerinnen und Schüler müssen somit offener gestellt werden. Unterschiedliche Aufgabenformate ergeben sich also aus dem Zusammenspiel der zu testenden Kompetenzen und den Güteanforderungen an Testaufgaben.

Ein weiterer Grund dafür, dass Testhefte mit unterschiedlichen Aufgabenformaten zusammengestellt werden, ergibt sich aus dem Aspekt der Chancengerechtigkeit. Manche Schülerinnen und Schüler können mit geschlossenen Ankreuzaufgaben besser umgehen, andere mit Aufgaben, bei denen ein Text geschrieben werden muss. Um allen Schülerinnen und Schülern gleiche Chance zu bieten, werden die Aufgaben in unterschiedlichen Aufgabenformaten vorgelegt.

4. Warum werden keine Teilleistungen bewertet?

Damit das Testergebnis eindeutig interpretiert werden kann, dürfen nur vollständig gelöste Aufgaben als RICHTIG gewertet werden. Eine teilweise gelöste Aufgabe kann ein Hinweis auf eine geringere Kompetenz sein. Diese wird aber bereits durch die Bearbeitung von anderen (leichteren) Aufgaben nachgewiesen. Diese Art der Bewertung unterscheidet sich grundlegend von der Bewertung von Klassenarbeiten. Bei Klassenarbeiten gilt das Prinzip, jede individuelle Lösung zu würdigen, so dass sich die Gesamtleistung aus der Summe aller Teilleistungen ergibt. Das Ziel der Vergleichsarbeiten ist jedoch nicht die individuelle Leistungsfeststellung im Sinne von Klassenarbeiten oder benoteten Tests. Vergleichsarbeiten sind diagnostische Tests, die zur Feststellung des Lernstandes von Schülerinnen und Schülern, Lerngruppen und Jahrgangsstufen führen sollen. Zentral ist eine möglichst genaue Zuordnung des erzielten Lernstandes zu den in den Bildungsstandards beschriebenen fachlichen Anforderungen. Die Bewertung bzw. Anerkennung erbrachter Teilleistungen ist hierzu nicht erforderlich.

5. Worin besteht der Unterschied zwischen einer Klassenarbeit und einem VERA-Test?

Vergleichsarbeiten bewerten nicht die Kompetenzentwicklung bei Schülerinnen und Schülern im Sinne einer Klassenarbeit. Durch die Analyse der Ergebnisse von Vergleichsarbeiten kann diagnostiziert werden, welche Kompetenzen bei den Schülerinnen und Schülern in der Klasse gut entwickelt sind und welche Kompetenzen noch gestärkt werden sollen. Den Lehrkräften werden damit wichtige Hinweise für die weitere Unterrichtsarbeit gegeben.

Mit einer Klassenarbeit wird der Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern vor allem in Bezug auf die unmittelbar erarbeiteten Inhalte des Unterrichts überprüft. Diese sollen die in den Bildungsstandards benannten Kompetenzbereiche einschließen und dabei auch diejenigen Teilkompetenzen berücksichtigen, die nicht durch die Vergleichsarbeiten erfasst werden können. Ferner sind Klassenarbeiten von den Leistungsanforderungen her immer speziell auf den aktuellen Leistungsstand einer Klasse zugeschnitten. Da die Anforderungen in einer Klassenarbeit transparent sein müssen, haben Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, hierfür zu üben und diese somit vorzubereiten.

Da mit den Vergleichsarbeiten ein anderes Ziel verfolgt wird, sind keine speziellen Vorbereitungsmaßnahmen erforderlich. Jede Lehrkraft kann aufgrund des vorangegangenen Unterrichts das Leistungsvermögen der eigenen Klasse bei verschiedenen Aufgaben einschätzen. Eine Klasse ist auf VERA gut vorbereitet, wenn Schülerinnen und Schüler zahlreiche Lerngelegenheiten zu den Inhalten der Bildungsstandards erhalten, mit unterschiedlichen Aufgabenformaten gearbeitet und ein regelmäßiges Feedback zu ihrer Lernentwicklung erhalten haben.

Das in den Bildungsstandards verfolgte Ziel des Unterrichts ist, die Kompetenzen bei den Schülerinnen und Schülern so zu entwickeln, dass sie über diese Kompetenzen auch unabhängig von der konkreten unterrichtlichen Situation in der Klasse verfügen, dass diese also in anderen Kontexten für sie abrufbar sind. Allerdings können bei einem schriftlichen, standardisierten Verfahren nicht alle Kompetenzen der Bildungsstandards getestet werden.

Mit VERA wird der Erreichungsgrad allgemeiner Kompetenzen bei Schülerinnen und Schülern nicht wie bei einer Klassenarbeit bewertet, sondern es wird diagnostiziert, welche Kompetenzen bei den Schülerinnen und Schülern in der Klasse zum Zeitpunkt der Durchführung gut entwickelt sind und in welchen Bereichen im nachfolgenden Unterricht verstärkt weitergearbeitet werden sollte.

Während eine Klassenarbeit daher eher am Ende einer Unterrichtseinheit steht und den Lernerfolg abschließend überprüft, dient das Ergebnis der Vergleichsarbeit dazu, mit Bezug auf die bundeslandübergreifenden Leistungsanforderungen eine Orientierung für die Schulentwicklung, für die Arbeit der Fachschaften und für die weitere Unterrichtsgestaltung zu geben. Die Frage, was das Abschneiden der Jahrgangsstufe 8 für den Fachunterricht in den Klassenstufen 6 und 7 bedeutet, verdeutlicht diese Perspektive auf VERA als Instrument der Unterrichtsentwicklung einer Schule.

Für die unter Beteiligung von Lehrkräften aus ganz Deutschland entwickelten Testverfahren gelten andere Kriterien als für Klassenarbeiten oder zentrale Prüfungen. Hieraus ergeben sich einige Abweichungen in der Durchführung und Auswertung. Ein Test zur Kompetenzermittlung ist im Gegensatz zu einer Klassenarbeit so angelegt, dass nur ein Teil der Schülerinnen und Schüler alle Aufgaben richtig lösen kann, sich also feststellen lässt, was zum Erreichen der Bildungsstandards noch gelernt werden muss.

6. Worin besteht der Unterschied zwischen den VERA-Aufgaben und Aufgaben in einem Schulbuch?

Aufgaben in Schulbüchern unterstützen Lehrkräfte bei der Gestaltung von Lehr-Lernprozessen, insbesondere bei der Auswahl von Lernangeboten unter Berücksichtigung der Lern- und Bildungsvoraussetzungen der Klasse.

Die spezielle Zusammenstellung von VERA-Aufgaben in Testheften dient der Diagnose von Kompetenzen und ermöglicht eine Rückmeldung für Schulen und Lehrkräfte. VERA-Aufgaben sind ausschließlich an den Bildungsstandards orientiert und müssen Kriterien guter Testaufgaben erfüllen. Mit ihnen wird die Entwicklung der dort beschriebenen Kompetenzen bei den Schülerinnen und Schülern überprüft. Aufgaben in Schulbüchern sind nicht ausschließlich auf die in den Bildungsstandards benannten Kompetenzen bezogen.

7. Wie verteilen sich die Aufgaben auf die Kompetenzstufen?

Die Anforderungen der Bildungsstandards werden mit Hilfe von Kompetenzstufenmodellen veranschaulicht. Erläuterungen und Aufgabenbeispiele zu verschiedenen Kompetenzstufen finden sich hier.

Die vom IQB entwickelten VERA-Testmaterialien enthalten eine Zusammenstellung von Aufgaben, in der alle Aufgaben eines Tests eine durchschnittliche Lösungshäufigkeit von 50 bis 60 Prozent ergeben. Dabei werden Aufgaben mit einer niedrigen Lösungshäufigkeit den oberen Kompetenzstufen und Aufgaben mit einer hohen Lösungshäufigkeit den unteren Kompetenzstufen zugeordnet. Die Aufgaben verteilen sich in der Regel nicht immer gleichmäßig über alle Kompetenzstufen. Die kontinuierliche Kompetenzskala wird durch das Kompetenzstufenmodell in fünf gleich große, inhaltlich beschriebene Stufen unterteilt. Anhand der zugeordneten Aufgaben kann hinreichend sicher gezeigt werden, welche Schülerinnen und Schüler welche Aufgaben auf einer bestimmten Kompetenzstufe lösen können.

8. Darf VERA benotet werden?

Nein. Laut KMK-Beschluss vom 08.03.2012 „[..] ist keine Benotung von VERA vorgesehen, da VERA die Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern unabhängig von unmittelbar vorgeschalteten unterrichtlichen Lernprozessen und curricularen Vorgaben testet. Vergleichsarbeiten sollen Klassenarbeiten nicht ersetzen – und umgekehrt. VERA-Ergebnisse können deshalb auch nicht für eine Prognose des Schulerfolgs in weiterführenden Schulen genutzt werden. Es ist aber fachlich vertretbar, dass Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern eine individuelle Rückmeldung zu VERA erhalten, die in jedem Falle pädagogisch angemessen (im Sinne von Entwicklungshinweisen für den weiteren Unterricht) eingeordnet werden muss.“

Vergleichsarbeiten werden nicht benotet, da sie als Diagnoseinstrument auch einige Aufgaben beinhalten, deren Anforderungen nicht Gegenstand des vorangegangenen Unterrichts gewesen sind. Der Schwerpunkt liegt nicht auf dem Abschneiden einer Klasse, sondern auf der Analyse und Interpretation der Ergebnisrückmeldung.

9. Wer korrigiert die Vergleichsarbeiten?

In den meisten Ländern korrigieren die Lehrkräfte der jeweiligen Schulen die Testhefte. Die Länder (bzw. die von den Ländern beauftragten auswertenden Einrichtungen) stellen Computer-Eingabemasken für die Testergebnisse über das Internet zur Verfügung. Die Lehrkräfte geben die Ergebnisse in diese Masken ein. Dazu müssen sich die Lehrkräfte mit einem durch das Land zur Verfügung gestellten Benutzernamen und Passwort auf der entsprechenden Internetseite einloggen. Diese Eingabemasken sind nicht auf der Internetseite des IQB zu finden.

Je nach Land erhalten die Schulen eine Rückmeldung zu den Ergebnissen der Schule und/oder ihrer Klassen.

10. Warum ist das IQB nicht für die Auswertung der Vergleichsarbeiten zuständig?

Bei der Einführung von VERA im Jahre 2007/2008 wurde entschieden, dass VERA auf Länderebene ausgewertet wird. So können die Länder VERA gezielter mit anderen Schulentwicklungsmaßnahmen verbinden.

Zur Ergebnisrückmeldung sind in den Ländern meistens Landesinstitute beauftragt. Je nach Land wird diese Aufgabe teilweise von einer zentralen Einrichtung übernommen, die ihren Sitz in einem anderen Land hat (beispielsweise von der Projektgruppe Kompetenztest an der Universität Jena oder der des VERA-Projekts am zepf der Universität Landau).

11. Wieso ist VERA immer so lang und für einige Schülerinnen und Schüler nicht zu schaffen?

Eine Vergleichsarbeit ist ein Test, der zu diagnostischen Zwecken durchgeführt wird und nicht zur Leistungsbewertung im Sinne einer Klassenarbeit. Niemand erwartet, dass Schülerinnen und Schüler dabei alle Aufgaben lösen sollen. Wichtig ist, dass mit VERA sowohl die Leistungsspitze als auch die Leistungsschwäche der Klasse in ihren Kompetenzen abgebildet werden kann. Durch diese Form der Testgestaltung und anschließenden Auswertung erhalten die Lehrkräfte eine Einschätzung der Kompetenz ihrer Klasse über alle Fähigkeitsniveaus, die die gesamte Breite der Schülerleistungen von sehr schwach bis sehr stark abdecken. Um solche Aussagen treffen zu können, müssen Schülerinnen und Schüler eine Mindestanzahl an Aufgaben bearbeiten, die ihre Leistung widerspiegeln können.

12. Welche Informationen liefert der Test, wenn viele Themen nicht Gegenstand des Lehrplans sind?

Die Bildungsstandards gelten seit dem Jahr 2005 einheitlich für alle Länder. Die Lehrpläne der einzelnen Länder sind an die in den Bildungsstandards formulierten Kompetenzbereiche weitgehend angepasst worden, sodass die Vergleichsarbeiten lehrplankonform sind. Wenn (in einzelnen Ländern) nicht exakt lehrplankonforme Aufgaben eingesetzt werden oder bestimmte Themenbereiche bis zum Testzeitpunkt noch nicht Gegenstand des Unterrichts waren, heißt dies nicht, dass Schülerinnen und Schüler die Kompetenz, derartige Aufgaben zu lösen, noch nicht entwickelt haben können. Vielmehr kann es insbesondere für leistungsstärkere Schülerinnen und Schüler eine Herausforderung darstellen, derartige Aufgaben zu lösen.

13. Ist eine Schullaufbahnentscheidung durch VERA möglich?

VERA liefert den Lehrkräften eine objektive klassen- und schulübergreifende Information über den Leistungsstand der Klasse. Als Entscheidungskriterium für die Schulartempfehlung ist das Ergebnis einer Vergleichsarbeit aus methodischen und inhaltlichen Gründen und wegen des Testzeitpunktes jedoch ungeeignet.

14. Schwierigkeit einer Aufgabe – was bedeutet das?

Die Schwierigkeit einer Aufgabe bei VERA wird durch eine vorhergehende Erprobung („Pilotierung“) an einer bundesweiten Stichprobe von Schülerinnen und Schülern ermittelt. Eine Aufgabe ist umso schwieriger, je weniger Schülerinnen und Schüler sie in der Pilotierung gelöst haben. Bei der Zusammenstellung der Vergleichsarbeiten nach der Pilotierung ist die Schwierigkeit ein wichtiges Kriterium. Es werden Aufgaben mit einem weiten Schwierigkeitsspektrum ausgewählt, um das gesamte Leistungsspektrum von Schülerinnen und Schülern in der 3. bzw. 8. Klassenstufe in Deutschland abzudecken und somit ein Aufgabenset zu haben, welches alle Kompetenzstufen berücksichtigt. In den Testheften finden sich somit sehr schwierige Aufgaben mit einer Lösungshäufigkeit von 10 Prozent, aber auch sehr leichte Aufgaben mit einer Lösungshäufigkeit von 90 Prozent oder darüber. Bei der Auswahl der Aufgaben für den Test wird jedoch darauf geachtet, dass die durchschnittliche Lösungshäufigkeit für ein Testheft im Bereich von 50 bis 60 Prozent liegt.

15. Was ist eine Pilotierung?

Die Aufgaben für VERA werden im Vorfeld der eigentlichen Durchführung bereits an einer großen Anzahl von Schülerinnen und Schülern erprobt („Pilotierungsstudie“), wodurch die Testeignung und die Schwierigkeit der Aufgaben bestimmt werden.

16. Wie läuft eine Pilotierung ab?

Sollte eine Schule für die Pilotierung ausgewählt worden sein, so gibt es – abhängig vom jeweiligen Land – zwei Vorgehensweisen:

(1) Überwiegend werden Lehrkräfte gebeten, die Testung selbstständig durchzuführen. Dafür erhalten sie circa eine Woche vor Beginn des Testfensters ein Paket mit allen notwendigen Testunterlagen. Diesem Paket können die Informationen zum genauen Testablauf entnommen werden.

 (2) Weniger häufig kommt ein Testleiter oder eine Testleiterin an die Schule und führt den Test durch. Lehrkräfte werden lediglich gebeten, die Klasse während der Sitzung zu beaufsichtigen.

17. Warum sind die Testhefte für die 3. Klasse bei der Pilotierung so lang?

Der Test erfolgt in Deutsch für beide Inhaltsbereiche aus Zeitgründen an einem Tag, da zum Teil auch mit externen Testleiterinnen und Testleitern gearbeitet wird. Auf besonderen Wunsch der Schule können die Schülerinnen und Schüler nach der ersten Testhefthälfte eine längere Pause erhalten und auf den Schulhof in die Pause gehen.

18. Warum findet sich in den Aufgaben in den Fremdsprachen so viel unbekanntes Vokabular?

Ziel des fremdsprachlichen Unterrichts ist laut Bildungsstandards, dass Schülerinnen und Schüler „in Alltagssituationen sprachmittelnd agieren können“ (KMK 2003, S. 14). Die Kommunikationsfähigkeit erfordert in der Regel nicht das Verständnis jedes einzelnen Details, sondern das Erfassen der wesentlichen Aussagen und einiger weniger Details. Bei der Erstellung der VERA-Aufgaben wird allerdings darauf geachtet, dass möglicherweise unbekanntes Vokabular nicht für die Lösung der Aufgabe relevant ist.

19. Wird in Mathematik Lesekompetenz gemessen?

In den Bildungsstandards für Mathematik gibt es neben den inhaltsbezogenen mathematischen Kompetenzen (Größen und Messen; Zahlen und Operationen; Raum und Form; Muster und Strukturen; Daten, Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit) auch die allgemeinen mathematischen Kompetenzen Problemlösen, Kommunizieren, Argumentieren, Modellieren und Darstellen. Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler nicht nur in der Bewältigung formaler Operationen im Mathematikunterricht auszubilden, sondern sie darin zu schulen, das Lösen von in Textform dargestellten lebensnahen mathematischen Problemsituationen zu üben, um die so erworbenen mathematischen Kenntnisse später zur Bewältigung derartiger Lebenssituationen nutzen zu können.

Schülerinnen und Schüler mit einer hohen Lesekompetenz finden einen leichteren Zugang zu einem authentischen Aufgabentext. Ungeachtet dessen wird bei der Formulierung sonstiger Texte auf einfache Begriffe und Satzstrukturen geachtet, damit die sprachlichen Hürden möglichst gering gehalten werden können.

20. Warum werden manche Hörsequenzen einmal, andere zweimal abgespielt?

Es gibt nur wenige Situationen im Leben, in denen Informationen grundsätzlich nur einmal gehört werden können: Im Gespräch fragt man nach, eine Filmsequenz kann man wiederholen, Bahnhofsansagen werden grundsätzlich wiederholt etc. Besonders auf den höheren Kompetenzstufen kann das einmalige Hören jedoch als schwierigkeitsgenerierendes Merkmal eingesetzt werden. Bisherige Erfahrungen zeigen, dass die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler mit dem nur einmaligen Hören der Hörtexte in der Testsituation nicht überfordert sind.

21. Warum werden die Höraufgaben in Dialekten gesprochen, die die Schülerinnen und Schüler nicht verstehen?

In einer globalisierten Welt kann man davon ausgehen, dass Schülerinnen und Schüler im Alltag z. B. mit amerikanischem Englisch, kanadischem Französisch oder einer anderen landestypisch geprägten Form von einer Fremdsprache in Kontakt kommen. Auch in den Bildungsstandards wird der Kontakt zu fremden Dialekten gefordert. Da durch die weitverbreiteten Medien die Chance besteht, eine Fremdsprache in verschiedenen Variationen zu hören, haben Schülerinnen und Schüler vielfältige Möglichkeiten, sich damit vertraut zu machen.

22. Warum dürfen in den Fremdsprachen keine Wörterbücher verwendet werden?

Die VERA-Aufgaben in Englisch und Französisch sind so konzipiert, dass sie ohne Wörterbücher gelöst werden können, sofern das entsprechende Kompetenzniveau aufseiten der Schülerinnen und Schüler vorhanden ist. Unbekannte Wörter, die außerhalb des anvisierten Kompetenzniveaus liegen, aber relevant sind für das Lösen eines Items, können aus dem Kontext erschlossen werden. In seltenen Fällen finden sich in den Testaufgaben unbekannte Wörter, die nicht für die Lösung benötigt werden. Hier wird darauf verwiesen, dass auch in natürlichen Sprachverwendungssituationen nicht immer alle Elemente verstanden werden müssen. Die Nutzung eines Wörterbuchs stellt eine eigene Kompetenz dar, die nicht mithilfe der VERA-Aufgaben überprüft werden soll. Würden dennoch Wörterbücher zugelassen werden, würde dies das Bearbeitungsverhalten der Schülerinnen und Schüler verändern und so zu einer Verzerrung der Testergebnisse führen.

23. Werden fehlende Oberzeichen, i-Punkte und t-Striche in VERA als Fehler gewertet?

Bei Mathematik-, Französisch- und Englisch-Aufgaben sowie bei Deutsch-Aufgaben in den Kompetenzbereichen Lesen und Zuhören werden Fehler in Rechtschreibung und Grammatik nicht bewertet. Für Deutsch-Aufgaben aus dem Bereich Sprachgebrauch sind Grammatikfehler insofern zu berücksichtigen, als dass die Testaufgabe auf den entsprechenden grammatischen Aspekt abzielt. Bei Deutsch-Aufgaben aus den Bereichen Orthografie und Sprachgebrauch werden Oberzeichenfehler bewertet. Fehlende i-Punkte und t-Strichte werden generell nicht als Fehler gewertet.

24. Wozu dient das Informationsmaterial auf der IQB-VERA-Webseite?

Die zum kostenlosen Download verfügbaren Beispielaufgaben aus vergangenen VERA-Durchgängen sollen dazu dienen, die Schülerinnen und Schüler im unmittelbaren Vorfeld der Vergleichsarbeiten mit typischen Aufgabenformaten vertraut zu machen. Es geht darum, den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, bei welchen Aufgaben sie ein Wort eintragen, wo sie Begründungen schreiben, wo sie nummerieren, wo sie ankreuzen usw. sollen. Ein gezieltes Vorbereiten auf VERA durch ein ausschließliches Üben der Testaufgaben hingegen würde dem Zweck einer Vergleichsarbeit zuwiderlaufen. Sinnvoll ist es, im Unterricht jenseits der Testaufgaben mit unterschiedlichen Formaten und verschiedenen Lernarrangements den Schülerinnen und Schülern möglichst vielfältige Möglichkeiten der Erschließung von bildungsstandardbezogenen Unterrichtsinhalten anzubieten.

25. An wen kann man sich wenden, wenn man inhaltliche Fragen zu VERA hat?

Inhaltliche Fragen können den zuständigen VERA-Projektkoordinatoren oder der VERA-Koordination des IQB gestellt werden. Hier finden Sie die zuständigen Ansprechpartner.

26. An wen kann man sich wenden, wenn man technische Fragen zu VERA hat?

Fragen, die die statistische Auswertung betreffen, müssen den Ansprechpartnern in den Ländern gestellt werden. Hier finden Sie die Ansprechpartner. Fragen zum Login oder zu Passwörtern für die Eingabe der Ergebnisse werden ebenfalls von den zuständigen Stellen der Länder beantwortet.

Aufgabenpool VERA
Kontakt

Bettina Akukwe
Koordination VERA
(030) 2093.46530

bettina.akukwe@
iqb.hu-berlin.de

BAk, 11.05.2017