Projekte des FDZ am IQB

VerbundFDB

Im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hat es sich der Verbund Forschungsdaten Bildung (VerbundFDB) zur Aufgabe gemacht, eine national vernetzte und international anschlussfähige Infrastruktur zur Archivierung und Nachnutzung von Forschungsdaten aus der Bildungsforschung aufzubauen. Bei dem VerbundFDB handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der GESIS, des DIPF und des IQB.

Der VerbundFDB gewährleistet eine rechtskonforme Nachnutzung inkl. Informationen und Zugang zu Studien, Instrumenten und Daten sowie ein Forschungsdatenmanagement inkl. Beratung und Schulung zum Umgang mit Forschungsdaten.

Das Angebot des VerbundFDB bietet für Forschende der Empirischen Bildungsforschung:

  • Zugang zu qualitativ hochwertigen Daten und Instrumenten für eigene empirische Forschungsvorhaben
  • Beratungs-, Qualifizierungs- und Schulungsangebote zum Forschungsdatenmanagement
  • Informationen zum Datenmanagement (Dokumentieren, Datenschutz u. a.)
  • die Möglichkeit, eigene Forschungsdaten und Forschungsinstrumente sicher und nachhaltig zu archivieren
  • Zugang zu bisherigen Forschungsergebnissen und die Möglichkeit, diese vergleichend zu betrachten

Hierfür wird der VerbundFDB die bereits grundständig aufgebaute technologische, organisatorische und rechtliche Infrastruktur bestehend aus Datenbank- und Web-Softwareanwendungen weiterentwickeln, um das Serviceangebot auch für Forschende außerhalb des EBF-Rahmenprogramms zu verbessern.

Das Forschungsdatenzentrum des IQB, als ein Projektpartner des VerbundFDB, wird sich dabei insbesondere mit der Archivierung, Dokumentation, Sichtbarmachung der Daten sowie der Bereitstellung von Studien beschäftigen, die sich der Untersuchung schulischer Kompetenzen gewidmet haben.

Kontakt:

Lisa Pegelow, Benjamin Becker und Julia Künstler-Sment (fdb.iqb@hu-berlin.de)

Für weitere Informationen zum Verbund Forschungsdaten Bildung klicken Sie bitte hier bzw. schauen auf der Website des VerbundFDB.

 

Domain-Data-Protokolle (DDP)

Im Jahr 2019 startete das vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Verbundprojekt Domain-Data-Protokolle für die empirische Bildungsforschung (DDP), das von GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften koordiniert wird und an dem das FDZ am IQB beteiligt ist.

Im Projekt werden öffentlich zugängliche, referenzierbare und standardisierte Musterprotokolle für das Forschungsdatenmanagement in Forschungsprojekten entwickelt (sogenannte Domain-Data-Protokolle, DDP). Die DDPs können auch als vorausgefüllte Datenmanagementpläne verstanden werden, die disziplinspezifisch (Bildungsforschung) und abhängig von Datentypen und Erhebungsmethoden an ein konkretes Projekt und seine Bedarfe angepasst werden können. Das FDZ am IQB ist dabei insbesondere für den Bereich der Kompetenzdaten zuständig.

Die Protokolle sollen dazu beitragen, den Prozess der Beantragung von Fördermitteln und die damit verbundenen Begutachtungs- und Monitoringprozesse effizienter zu gestalten. Die Protokolle berücksichtigen verschiedene prototypische Erhebungsmethoden der empirischen Bildungsforschung sowie Modelle zur Kostenkalkulation des Datenmanagements in Forschungsprojekten.

Eine technische Umsetzung der entwickelten Protokolle soll mithilfe des Research Data Management Organizer (RDMO) erfolgen, einer Open Source-Software zur Planung und Durchführung von Forschungsprojekten. Basierend auf diesen Arbeiten werden im Projekt Richtwerte für die Kosten, die für nachhaltiges und qualitätssicherndes Forschungsdatenmanagement anfallen und in Drittmittelanträgen kalkuliert werden müssen, entwickelt.

Kontakt:

Dr. Malte Jansen und Julia Künstler-Sment (fdz@iqb.hu-berlin.de)

 

The Reproducibility and Robustness of Secondary Analyses in Educational Research: The Role of Publication Bias and Researcher Degrees of Freedom (META-REP-IQB)

Im Februar 2022 startet das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Schwerpunktprogramm "META-REP: A Meta-scientific Programme to Analyse and Optimise Replicability in the Behavioural, Social, and Cognitive Sciences" (SPP 2317). Ziel des interdisziplinären Projektes unter Koordination der LMU München ist es, systematisch zu erforschen, a) was Replizierbarkeit bedeutet und wann eine Replikation als erfolgreich betrachtet werden kann, b) welche Faktoren Replikationserfolgsraten beeinflussen und c) mit welchen Maßnahmen Replikationserfolgsraten so erhöht werden können, dass belastbare Forschungsergebnisse erzielt werden. Es handelt sich also um ein metawissenschaftliches Forschungsprogramm, bei dem ein Austausch  zwischen verschiedenen empirisch arbeitenden sozialwissenschaftlichen Disziplinen angestrebt wird, um Gemeinsamkeiten und Besonderheiten bei der Erhöhung von Replikationserfolgen herauszuarbeiten. Insgesamt werden 15 Projekte aus den Bereichen der Kognitiven Psychologie, Neuropsychologie, Methodenforschung, Kommunikationswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und Bildungsforschung für jeweils 3 Jahre gefördert.

Das Teilprojekt am Forschungsdatenzentrum (FDZ) des IQBs unter Leitung von Dr. Malte Jansen und Dr. Aleksander Kocaj widmet sich den Fragen nach der Reproduzierbarkeit und Robustheit von Forschungsergebnissen auf Basis von Sekundäranalysen in der empirischen Bildungsforschung (Laufzeit 02/2022-01/2025, 231.578€). Grundlage des Projekts sind die Datennutzungsanträge, die Forschende einreichen, um Datensätze am FDZ des IQB sekundäranalytisch auszuwerten. In diesen Anträgen beschreiben Forschende ihre zentrale Fragestellungen, Hypothesen und ihren geplanten Auswertungsansätze. Diese Angaben können mit aus den Anträgen entstehenden Publikationen systematisch verglichen und im nächsten Schritt die Ergebnisse von unabhängigen Forschenden reproduziert werden. Das Teilprojekt am FDZ des IQB hat vier Ziele. Erstens soll geprüft werden, ob Datennutzungsanträge, die in signifikanten bzw. hypothesenbestätigenden Ergebnissen münden, auch eher zur Publikation eingereicht und publiziert werden (Publication Bias). Zweitens soll ein Index entwickelt werden, der die Ähnlichkeit zwischen Datennutzungsanträgen und resultierenden Publikationen quantifiziert, um Hinweise auf eine selektive Ergebnisberichterstattung (Selective Reporting) zu liefern. Drittens wird geprüft, ob sich die Ergebnisse ausgewählter Datennutzungsanträge reproduzieren lassen, wenn die von den Autor*innen beschriebene Analysestrategie angewendet wird. Dabei wird der Vorteil genutzt, dass die zugrundeliegenden Daten am FDZ des IQB verfügbar sind. Darauf aufbauend soll viertens untersucht werden, wie robust ausgewählte Forschungsergebnisse hinsichtlich alternativer plausibler Auswertungsmethoden sind. Insgesamt zielt das Teilprojekt am FDZ des IQBs darauf ab, Quellen von Heterogenität zu identifizieren, die die Replizierbarkeit und Reproduzierbarkeit von Forschungsergebnissen in der empirischen Bildungsforschung beeinflussen können.

Für weitere Informationen: https://www.psy.lmu.de/soz/meta-rep/index.html

Kontakt:

Dr. Malte Jansen, Dr. Aleksander Kocaj und Aishvarya Aravindan Rajagopal (fdz@iqb.hu-berlin.de)