Gemeinsame Abituraufgabenpools der Länder

Mit Beschluss vom 18.10.2012 hat die Kultusministerkonferenz (KMK) Bildungsstandards für die Allgemeine Hochschulreife in den Fächern Deutsch und Mathematik sowie Englisch und Französisch als fortgeführte Fremdsprachen eingeführt und damit für diese Fächer die Einheitlichen Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung (EPA) abgelöst. Diese für alle Länder verbindlichen Zielvorgaben sind in Form von fachbezogenen Kompetenzen formuliert, die Wissen und Können miteinander verbinden. Sie legen fest, welche Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten Schülerinnen und Schüler entwickelt haben sollen, wenn sie die Schule mit der Allgemeinen Hochschulreife verlassen. Die länderübergreifende Einführung kompetenzorientierter Bildungsstandards dient dazu, schulische Anforderungen transparent zu machen, einen an Kompetenzen orientierten Unterricht zu fördern und eine gemeinsame Grundlage für die Überprüfung der erreichten Ergebnisse zu schaffen. Dies soll auch dazu beitragen, die Durchlässigkeit von Bildungswegen und die Vergleichbarkeit der Anforderungen, die mit dem jeweiligen Abschluss verbunden sind, zu sichern.

Die Einlösung dieses Anspruchs setzt voraus, dass die Vorgaben der Bildungsstandards von den zentralen Akteurinnen und Akteuren im Bildungssystem aufgegriffen werden und Lehrkräfte ihren Unterricht an den länderübergreifend vereinbarten Kompetenzzielen ausrichten. Entsprechend haben die Länder vereinbart, Strategien für die Implementation der Bildungsstandards zu entwickeln und umzusetzen. Ein von den Ländern gemeinsam gestaltetes Element des Implementationsprozesses ist der Aufbau von Abituraufgabenpools für die genannten Fächer. Die darin enthaltenen Aufgaben standen den Ländern — einem Beschluss der KMK vom 08./09.03.2012 entsprechend — für das Prüfungsjahr 2017 erstmalig als Angebot für den Einsatz in der Abiturprüfung zur Verfügung. Mit der Koordination der Entwicklung der Abituraufgabenpools wurde als wissenschaftliche Einrichtung der Länder das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) beauftragt. Zugleich wurde das IQB gebeten, in Abstimmung mit den Ländern eine Sammlung von Abiturprüfungsaufgaben zu veröffentlichen.

Zu Beginn des Arbeitsprozesses war es zunächst erforderlich, allgemeine Vereinbarungen über die Gestaltung der Aufgaben in den Pools und in der Sammlung zu treffen. Diese Vereinbarungen bilden die Arbeitsgrundlage für die ländergemeinsame Entwicklung der Aufgaben.

Teil des Auftrags des IQB im Rahmen des Projekts ist die wissenschaftliche Begleitforschung. Sie soll zu einer größeren Vergleichbarkeit der mit den Abiturprüfungen der Länder verbundenen Anforderungen und zur Sicherung der Qualität der Aufgaben der Pools beitragen. Dazu wird zum Prüfungsjahr 2017 erstmalig eine formative Evaluation zur Nutzung der Abituraufgabenpools und zur Verwendung der Aufgaben in den Ländern durchgeführt.

VLo