Inklusion in der Sekundarstufe I in Deutschland (INSIDE)


Leitung

Dr. Cornelia Gresch
Prof. Dr. Petra Stanat

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Lena Külker

Kooperationspartner

Prof. Dr. Hans-Günther Roßbach, Dr. Monja Schmitt (Leibniz-Institut für Bildungsverläufe)
Prof. Dr. Michael Grosche (Bergische Universität Wuppertal)
Prof. Dr. Katrin Böhme (Universität Potsdam)

Laufzeit

01.Dezember 2016 - 30.November 2020

Förderung

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Projekthomepage

www.inside-studie.de


Projektbeschreibung

Ausgangslage

Deutschland hat sich zu einem inklusiven Bildungssystem verpflichtet. Entsprechend werden zunehmend Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf gemeinsam mit anderen Kindern und Jugendlichen an allgemeinen Schulen unterrichtet. 

Allerdings gibt es in Deutschland sehr unterschiedliche Ansätze, wie geeignete Rahmenbedingungen und Unterstützungsangebote für die Schülergruppe mit sonderpädagogischem Förderbedarf an allgemeinen Schulen etabliert werden. Eine aussagekräftige Darstellung des Istzustands des gemeinsamen Unterrichts von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf in Deutschland liegt bislang nicht vor.

Insbesondere für die Sekundarstufe I ist zudem bislang wenig und nur auf regionaler Ebene darüber bekannt, welche Folgen die unterschiedlichen Rahmenbedingungen und Prozesse der Ausgestaltung gemeinsamen Unterrichtens für die Schullaufbahn der jeweiligen Schülerinnen und Schüler und deren Eintritt in die berufliche Ausbildung haben. Die Bedingungen für das Gelingen inklusiver Beschulung lassen sich bislang nicht sicher benennen, obwohl diese die Grundlage für die Entwicklung von politischen Strategien und Reformmaßnahmen darstellen.

Das Projekt „INSIDE  – Inklusion in der Sekundarstufe I in Deutschland”

Bei dem Kooperationsprojekt des Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe (LIfBi), des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB), der Universität Potsdam (UP) und der Bergischen Universität Wuppertal (BUW) stehen folgende Fragen im Mittelpunkt: In welcher Weise wird schulische Inklusion in der Sekundarstufe I in Deutschland umgesetzt? Unter welchen Bedingungen führt Inklusion zu einer erfolgreichen individuellen Entwicklung von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischen Förderbedarf und welche Effekte hat der gemeinsame Unterricht auf die anderen Klassenkameradinnen und -kameraden? Wie werden Unterrichtsprozesse entsprechend der individuellen Lernausgangslagen adaptiv und differenziert gestaltet?

Die Beantwortung erfolgt unter besonderer Berücksichtigung der verschiedenen Gewährleistungen der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK). Zudem wird das Projekt durch Beteiligte aus der Zivilgesellschaft (Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, Praktikerinnen und Praktiker, Interessensvertreterinnen und Interessensvertreter) begleitet. Mit dem Projekt soll eine Datengrundlage geschaffen werden, die der wissenschaftlichen Community für weitere Forschungszwecke zur Verfügung steht.

Die Teilabschnitte der Studie

In einem ersten Schritt werden Schulleitungen aller Schularten im Sekundarbereich im Rahmen einer Onlineerhebung befragt. Daraus erfolgt eine gezielte Auswahl von Schulen, deren Schülerinnen und Schüler im zweiten Schritt über mehrere Jahre hinweg begleitet werden. Geplant sind hier Kompetenztestungen und Fragebogen für Schülerinnen und Schüler, Fragebogen für Schulleitungen, und Lehrkräfte sowie eine telefonische Elternbefragung. Darüber hinaus gibt es eine vertiefende Untersuchung der Unterrichtsgestaltung durch den Einsatz von Unterrichtstagebüchern.

 Ausgewählte Publikationen und Literatur

  • Piezunka, A., Gresch, C., & Wrase, M. (2018). Artikel 24 der UN-Behindertenrechtskonvention: Möglichkeiten und Grenzen beim Monitoring von Menschenrechten mit Blick auf die Einzelschulebene. Zeitschrift für Inklusion, 1. 
  • Gresch, C., Kölm, J., & Kocaj, A. (2017). Amtlich festgestellter sonderpädagogischer Förderbedarf und sonderpädagogische Förderung. In P. Stanat, S. Schipolowski, C. Rjosk, S. Weirich, & N. Haag (Hrsg.), IQB-Bildungstrend 2016. Kompetenzen in den Fächern Deutsch und Mathematik am Ende der 4. Jahrgangsstufe im zweiten Ländervergleich (S. 282-290). Münster: Waxmann.  
  • Piezunka, A., Gresch, C., Sälzer, C. & Kroth, A. (2016). Identifizierung von Schülerinnen und Schülern nach Vorgaben der UN-BRK in bundesweiten Erhebungen: Sonderpädagogischer Förderbedarf, sonderpädagogische Förderung oder besondere Unterstützung? In: Moser, V. & Lütje-Klose, B. (Hrsg.): Schulische Inklusion. 62. Beiheft der Zeitschrift für Pädagogik. S. 190-211.
  • Gresch, C. & Piezunka, A. (2015). Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischer Förderung  (im Bereich „Lernen“) an Regelschulen. In P. Kuhl, P. Stanat, B. Lütje-Klose, C. Gresch, H.A. Pant & M. Prenzel (Hrsg.). Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in Schulleistungserhebungen. (S. 181-220). Wiesbaden: Springer VS.
Kontakt

Dr. Cornelia Gresch
Inklusion in der Sekundarstufe I in Deutschland (INSIDE)
(030) 2093.46515

cornelia.gresch@
iqb.hu-berlin.de

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