Stereotype Threat als Ursache niedriger Leistungen von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem (Stereotype Threat)

 

Erhebungszeitraum

2012-2014
verfügbar seit 02/2019
Testpopulation

Studie 1a: Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9
Studie 1b: Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9
Studie 1c DE: Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 an Realschulen
Studie 1c TR: Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 an Realschulen
Studie 3c: Schülerinnen und Schüler  der Jahrgangsstufen 9 und 10
Studie 3d/e: Schülerinnen und Schüler der Grundschule

Stichprobe

Studie 1a: Schülerinnen und Schüler (N=310)
Studie 1b: Schülerinnen und Schüler (N=230)
Studie 1c DE: Schülerinnen und Schüler (N=298)
Studie 1c TR: Schülerinnen und Schüler (N=392)
Studie 3c: Schülerinnen und Schüler (N=279)
Studie 3d/e: Schülerinnen und Schüler (N=458)

Erfasste Kompetenzen

Studie 1a: Sprachkompetenz Deutsch
Studie 1b: Mathematische Kompetenz
Studie 1c DE: Sprachkompetenz Deutsch
Studie 1c TR: Sprachkompetenz Deutsch
Studie 3d/e: Lesekompetenz

Kontextfragebögen für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte
Region Baden-Württemberg, Berlin, Nordrhein-Westfalen
dazugehörige Institution(en) Universität Konstanz
Federführung Prof. Dr. Sarah E. Martiny
Finanzierung Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Zitationsvorschlag Martiny, S. E., Froehlich, L., Mok, S. Y. & Deaux, K. (2016). Stereotype Threat als Ursache niedriger Leistungen von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem (Stereotype Threat) (Version 4) [Datensatz]. Berlin: IQB – Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen. http://doi.org/10.5159/IQB_Stereotype_Threat_v4

 

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Ziel des Forschungsprojektes war es, den Einfluss fähigkeitsbezogener negativer Stereotype auf akademische Leistungen von Schülerinnen und Schüler mit (türkischem) Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem in verschiedenen Leistungsdomänen zu untersuchen. Es wurde postuliert, dass ein Teil der Leistungsunterschiede zwischen Schülerinnen und Schüler mit und ohne Migrationshintergrund auf das Vorhandensein negativer Stereotype über Migrantinnen und Migranten und der Aktivierung dieser negativen leistungsbezogenen Stereotypen in Testsituation zurück zu führen ist. In einer Reihe experimenteller Studien wurde in einem ersten Schritt die Aktivierung negativer Stereotype in Testsituationen systematisch variiert und ihr Einfluss auf die durchschnittliche Testleistung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund im Vergleich zu Schülerinnen und Schülern ohne Migrationshintergrund in sprachlichen und mathematischen Fähigkeitstests (z. B. PISA) untersucht. Dabei wurden die Konsequenzen der verschiedenen Arten der Stereotypaktivierung miteinander und mit Kontrollgruppen, in denen keine Stereotype aktiviert wurden, verglichen. In einem zweiten Schritt wurde untersucht, welche Rolle die Migrationsgeneration und das Alter der Schülerinnen und Schüler mit und ohne Migrationshintergrund beim Umgang mit der Aktivierung negativer Stereotype und deren Konsequenzen auf Leistung spielt. [Es konnte gezeigt werden, dass die Aktivierung leistungsbezogener negativer Stereotype die Testleistungen von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Migrationshintergrund beeinflusst. Es gab einen signifikanten Unterschied zwischen Schülerinnen und Schülern mit türkischem Migrationshintergrund und deutschen Schülerinnen und Schülern hinsichtlich ihrer Mathematikleistungen, wenn vor dem Test auf leistungsbezogene Gruppenunterschiede hingewiesen wurde. Wenn vorab hingegen gesagt wurde, dass keine Gruppenunterschiede bestehen, zeigte sich auch kein Leistungsunterschied zwischen den beiden Gruppen.] (DIPF/Projekt/Projektträger).

Studie 1a:
Es wurden implizite Intelligenztheorien als Moderator von Stereotype Threat erhoben. Als implizite Intelligenztheorien bezeichnet man die subjektive Überzeugung von Menschen, inwieweit ihre Intelligenz als unveränderbar (Entity-Theorie) oder durch Anstrengung veränderbar (Incremental-Theorie) wahrgenommen wird (Dweck, 1999). Die Kombination von Stereotype Threat, der eine Unveränderbarkeit der Fähigkeit der Eigengruppe impliziert, und der Unveränderbarkeitsüberzeugung in Bezug auf die eigene Fähigkeit sollte zu besonders starken Leistungseinbußen für türkischstämmige Migranten führen.

Studie 1b:
Der Einfluss negativer Stereotype auf die mathematischen Leistungen türkischstämmiger SchülerInnen.
In dieser Studie wurde zusätzlich neben dem Migrationshintergrund (keiner vs. türkischer), die Variable zur selbstgewählten ethnischen Gruppenzugehörigkeit erfasst.

Studie 1c DE:
Implizite Intelligenztheorien moderieren Stereotype Threat für türkischstämmige SchülerInnen  (mit deutschem/r VersuchsleiterIn).

Studie 1c TR:
Implizite Intelligenztheorien moderieren Stereotype Threat für türkischstämmige SchülerInnen ( mit türkischer Versuchsleitung).
Der vorliegende Datensatz hat nur Daten mit einer türkischen Versuchsleitung. Um den Einfluss der türkischstämmige Versuchsleiterin zu untersuchen, mussten die Datensätze der Studie 1c DE und Studien 1c TR zusammengefügt werden.

Studie 3c:
Fragebogenstudie zur von Gruppenidentifikation und Public Regard bei türkischstämmigen Migranten und den Kontakt zu Deutschen

Grundschulstudie 3d/e:
Längsschnittstudie mit GrundschülerInnen mit und ohne Migrationshintergrund zur Untersuchung, ob negative Stereotype gegenüber verschiedenen ethnischen Gruppen bekannt sind. Weitere Untersuchung von Stereotype Threat-Effekten bei GrundschülerInnen.

 

Literatur

Eine Auswahl an Publikationen finden Sie in dieser PDF Literaturliste (Stand: 06.05.2019).

 

Leerdatensätze

Um Ihnen einen ersten Überblick der Datensätze zu vermitteln, haben Sie hier die Möglichkeit, Leerdatensätze herunterzuladen.

 

Dokumentation

Hier finden Sie weiterführendes Material zur Studie:

Kontakt

Monika Lacher
Assistentin der FDZ-Leitung
(030) 2093-46552

fdz@
iqb.hu-berlin.de