IQB-Bildungstrend 2022 in der Sekundarstufe I

Im IQB-Bildungstrend 2022 soll zum dritten Mal das Erreichen der Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz (KMK) in den Fächern Deutsch, Englisch und Französisch in der Sekundarstufe I überprüft werden. Damit wird es möglich sein, in Bezug auf das Erreichen zentraler Bildungsstandards in diesen Fächern für die Länder in der Bundesrepublik Deutschland Entwicklungstrends über einen Zeitraum von 13 Jahren (Deutsch/Englisch) bzw. 14 Jahren (Französisch) zu beschreiben.

Wer nimmt an der Studie teil und wann findet sie statt?

Am IQB-Bildungstrend 2022 werden Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe aus allen Ländern in der Bundesrepublik Deutschland teilnehmen. In den nach einem Zufallsverfahren gezogenen Schulen werden ebenfalls per Zufall eine oder zwei Klassen bestimmt, die an der Testung teilnehmen. An den Förderschulen wird davon abweichend in der Regel eine größere Testgruppe gebildet, die mehrere Lerngruppen umfasst. Die Erhebungen zum IQB-Bildungstrend 2022 sollen zwischen April und Juli 2022 stattfinden, wobei sich der konkrete Zeitraum zwischen den einzelnen Ländern leicht unterscheiden wird.

Welche Fächer und Kompetenzbereiche werden getestet?

In allen Ländern werden Kompetenzen in den Fächern Deutsch und Englisch getestet. In den Ländern Baden-Württemberg, Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz sowie dem Saarland ist zusätzlich eine Überprüfung der Kompetenzen im Fach Französisch vorgesehen. Im Einzelnen werden im Fach Deutsch Testaufgaben zu den drei in den Bildungsstandards definierten Kompetenzbereichen „Lesen – mit Texten und Medien umgehen“, „Sprechen und Zuhören“ sowie „Schreiben“ eingesetzt. Überprüft wird dabei jedoch nicht die ganze Breite dieser Kompetenzbereiche, vielmehr beschränkt sich die Erhebung auf die Teilbereiche „Lesen“, „Zuhören“ und „Orthografie“. In den Fächern Englisch und Französisch werden jeweils Aufgaben zum „Leseverstehen“ und zum „Hörverstehen“ vorgelegt.

Nähere Informationen zu den Bildungsstandards in den genannten Fächern finden Sie hier. Zudem finden Sie an dieser Stelle Kompetenzstufenmodelle, welche ebenfalls detaillierte Informationen zu den relevanten Bildungsstandards und Kompetenzbereichen enthalten.

Was wird außer den Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler noch erhoben?

Im Rahmen der Studie sollen auch Unterschiede in den schulischen und außerschulischen Lernbedingungen erfasst werden, um diese bei der Interpretation der Testergebnisse berücksichtigen zu können und Zusammenhänge zwischen den Rahmenbedingungen des Lehrens und Lernens und der Kompetenzentwicklung von Schülerinnen und Schülern aufzudecken. Zu diesem Zweck ist es vorgesehen, die Schülerinnen und Schüler, ihre Eltern, die Fachlehrkräfte in den einbezogenen Fächern und die Schulleiterinnen und Schulleiter der teilnehmenden Schulen schriftlich zu befragen. Weiterhin sollen Indikatoren für die kognitiven Grundfähigkeiten der Schülerinnen und Schüler erhoben werden. Mit der Erfassung von Hintergrundvariablen werden fundierte und differenzierte Analysen der Ergebnisse der Studie ermöglicht, die wichtige Anhaltspunkte für die Weiterentwicklung der Bildungssysteme der Länder liefern können.

Die Fragebögen für die Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Schulleitungen werden auch Fragen mit Bezug zur Coronavirus-Pandemie und zum Distanzunterricht enthalten.

Wer verantwortet die Studie und wer führt sie durch?

Die Studie bildet einen wichtigen Bestandteil der Gesamtstrategie der Kultusministerkonferenz zum Bildungsmonitoring und wird auf Beschluss der Kultusministerinnen und Kultusminister der Länder durchgeführt. Die wissenschaftliche und datenschutzrechtliche Gesamtverantwortung für den IQB-Bildungstrend liegt beim Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) an der Humboldt-Universität zu Berlin unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Petra Stanat. Am IQB werden die eingesetzten Messinstrumente und Fragebögen entwickelt, erprobt und optimiert. Mit der Organisation und Durchführung der Studie wurde die IEA Hamburg beauftragt. Die Erhebung selbst wird von externen Erhebungsleiterinnen und Erhebungsleitern durchgeführt, die von der IEA Hamburg für diese Aufgabe geschult wurden.

Wie wird der Infektionsschutz bei der Durchführung der Erhebungen sichergestellt?

Die Einhaltung aller zum Erhebungszeitpunkt geltenden Maßnahmen zum Infektionsschutz ist Voraussetzung für die Durchführung der Studie. Hierzu steht das IQB im ständigen Austausch mit den Kultusministerien der Länder. Die Erhebungsleiterinnen und Erhebungsleiter werden umfassend zu Maßnahmen des Infektionsschutzes geschult und stimmen sich diesbezüglich eng mit den Schulleitungen ab.

Wer wertet die Studie aus?

Die Bewertung („Kodierung“) der Antworten der Schülerinnen und Schüler und die Datenaufbereitung erfolgen durch die IEA Hamburg nach Maßgaben des IQB. Die Auswertung der Daten und die Bestimmung der erreichten Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler in den Ländern werden am IQB vorgenommen.

Wann werden die Ergebnisse der Studie berichtet?

Die Ergebnisse der Datenauswertung werden in einem Bericht zusammengefasst, der voraussichtlich im Herbst 2023 veröffentlicht wird. Im Anschluss an diese Veröffentlichung werden alle teilnehmenden Schulen in einer separaten Rückmeldung eine Zusammenfassung der an der Schule erzielten Ergebnisse erhalten.

 

SSchi
Weitere Informationen
Kontakt

Emilija Meier-Faust
Fremdsprachen, Koordination IQB-Bildungstrend 2022
(030) 2093.46501

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iqb.hu-berlin.de