Informationen zur Testung und zu den Testaufgaben

Welche Aufgaben wurden in den Tests verwendet?

Im Vergleich zu Lern- und Übungsaufgaben, die im Unterricht eingesetzt werden, waren die Testaufgaben im IQB-Bildungstrend meist kürzer und schneller zu beantworten. Es wurden verschiedene Aufgabenformate verwendet: a) geschlossene Aufgabenformate (z. B. sogenannte Multiple-Choice-Aufgaben, bei denen aus verschiedenen Antwortalternativen auszuwählen ist), b) halboffene Aufgabenformate (mit einer sehr kurzen Antwort, z. B. einem einzelnen Wort oder einer Zeilenangabe, zu bearbeitende Aufgaben) und c) offene Aufgabenformate (selbst zu formulierende Antwort). Geschlossene Aufgabenformate wurden maschinell ausgewertet. Halboffene oder offene Formate erforderten Beurteilungen durch geschulte Kodiererinnen und Kodierer anhand von Kodieranweisungen.

Hat jede Schülerin/jeder Schüler die gleichen Aufgaben bearbeitet?

In der Studie wurden verschiedene Arten von Aufgabenheften eingesetzt. Die meisten Aufgabenhefte enthielten sowohl Deutsch- als auch Englischaufgaben. Aufgabenhefte zum Fach Französisch enthielten hingegen nur Französischaufgaben. Schließlich kamen in einigen wenigen Fällen Hefte zum Einsatz, in die nur Deutschaufgaben aufgenommen wurden; dies betraf jedoch nur Schulen, an denen kein Englischunterricht angeboten wurde. In jeder Kategorie (Hefte mit Deutsch- und Englischaufgaben, Hefte nur mit Französischaufgaben und Hefte nur mit Deutschaufgaben) gab es eine Vielzahl an Heften mit unterschiedlichen Kombinationen aus der Gesamtheit der Testaufgaben. Welches Aufgabenheft die einzelne Schülerin/der einzelne Schüler bearbeitet, wurde nach dem Zufallsprinzip festgelegt.

Auch Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Bereichen „Sprache“, „Lernen“ und „Emotionale und soziale Entwicklung“ nahmen an der Studie teil, sofern der Schulkoordinator bzw. die Schulkoordinatorin die Teilnahme im Einzelfall für zumutbar hielt. Im Fall einer Teilnahme erhielten Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf angepasste Aufgabenhefte, in denen weniger Aufgaben enthalten waren, so dass den Schülerinnen und Schülern bei der Bearbeitung mehr Zeit zur Verfügung stand.

Wer hat die Aufgaben entwickelt und wie wurde sichergestellt, dass die Aufgaben von Schülerinnen und Schülern der 9. Jahrgangsstufe gelöst werden konnten?

Die Testaufgaben wurden von einem Team von erfahrenen Lehrkräften aus allen Ländern in der Bundesrepublik Deutschland unter fachdidaktischer Leitung und Beratung der wissenschaftlichen Kooperationspartner des IQB entwickelt. Die Lehrkräfte wurden für den Aufgabenentwicklungsprozess von den wissenschaftlichen Kooperationspartnern geschult. Neben einer sprachlichen Überprüfung fand auch eine fachdidaktische und psychometrische Bewertung der Aufgabenqualität mit anschließender Überarbeitung der Aufgaben statt. Vor dem Einsatz der Testaufgaben im IQB-Bildungstrend wurden die Aufgaben in umfangreichen wissenschaftlichen Studien mit vielen Schülerinnen und Schülern aus ganz Deutschland erprobt und optimiert. Im IQB-Bildungstrend wurden somit nur solche Testaufgaben eingesetzt, die sich in den verschiedenen Vorstudien bewährt haben.

Wie lief der Test ab?

Die Untersuchung fand an einem Vormittag in der Schule statt und dauerte insgesamt ca. 4 Zeitstunden (einschließlich Pausen). Dabei wurden verschiedene Testphasen unterschieden, die sich im Einzelnen wie folgt aufteilten:

Bearbeitung des Testheftes 1 (Aufgaben zu sprachlichen Kompetenzen),

Teil 1: 60 Minuten

PAUSE: 15 Minuten

Bearbeitung des Testheftes 1 (Aufgaben zu sprachlichen Kompetenzen),

Teil 2: 60 Minuten

PAUSE: 15 Minuten

Bearbeitung des Testheftes 2 (Indikatoren für schlussfolgerndes Denken) sowie des Schülerfragebogens: ca. 60 Minuten

Wie wurde beziehungsweise wie wird mit den erhobenen Daten umgegangen?

Lehrkräfte, sonstiges pädagogisches Personal oder Erziehungsberechtigte erhalten zu keinem Zeitpunkt Einblick in die Testantworten oder die Angaben im Schülerfragebogen. Die bearbeiteten Testhefte und Fragebögen wurden von den Testleiterinnen und Testleitern nach der Bearbeitung eingesammelt und direkt an das IEA-DPC weitergeleitet. Im Anschluss an die Erhebungen wurden die Daten im IEA-DPC eingegeben, verarbeitet und in pseudonymisierter Form an die Projektleitung am IQB zur Auswertung übermittelt. Alle Berichte über die Ergebnisse der Studie beruhen auf zusammengefassten Daten. Es ist also nicht möglich, die Ergebnisse einzelnen Personen zuzuordnen. Die Einhaltung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen war und ist eine wesentliche Voraussetzung für die Durchführung der Studie sowie für die Auswertung und Berichtlegung. Alle im Rahmen der Studie eingesetzten Unterlagen und Abläufe wurden vorab datenschutzrechtlich geprüft und vom Ministerium des jeweiligen Bundeslandes genehmigt.

Gab es für die Teilnahme an dem Test eine Note?

Der IQB-Bildungstrend zielt darauf ab, die erreichten Kompetenzstände von Schülerinnen und Schülern auf der Ebene der Bildungssysteme der Länder möglichst präzise zu erfassen. Die Testung beabsichtigt und eignet sich nicht dazu, den Leistungsstand einzelner Schülerinnen und Schüler zu bewerten. Für die Teilnahme am Test wurden deshalb keine Noten vergeben.

Kontakt

Dr. Stefan Schipolowski
Wissenschaftlicher Leiter IQB-Bildungstrends
(030) 2093.46584

stefan.schipolowski@
iqb.hu-berlin.de

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