IQB-Bildungstrend 2018 in der Sekundarstufe I

Im IQB-Bildungstrend 2018 wurde zum zweiten Mal das Erreichen der Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz in den Fächern Mathematik, Biologie, Chemie und Physik in der Sekundarstufe I überprüft. Damit ist es erstmals möglich, in Bezug auf das Erreichen der Bildungsstandards in diesen Fächern für die Länder in der Bundesrepublik Deutschland Entwicklungstrends zu beschreiben.

 

Wer nahm an der Studie teil und wann fand sie statt?

Am IQB-Bildungstrend 2018 nahmen 44.941 Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe aus insgesamt 1.462 Schulen in allen Ländern in der Bundesrepublik Deutschland teil. In jeder der nach einem Zufallsverfahren gezogenen Schulen wurden ebenfalls per Zufall eine Klasse (an Gymnasien) bzw. zwei Klassen (an nichtgymnasialen Schularten) bestimmt, die an der Testung teilnahmen (in Förderschulen wurde davon abweichend eine größere Testgruppe gebildet, die in der Regel mehrere Lerngruppen umfasste). Die Erhebungen zum IQB-Bildungstrend 2018 fanden zwischen April und Juni 2018 statt, wobei sich der konkrete Zeitraum zwischen den einzelnen Ländern leicht unterschied.

Welche Kompetenzbereiche wurden im Fach Mathematik getestet?

In den Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz (KMK) für das Fach Mathematik werden auf der Basis fachdidaktisch begründeter Kompetenzmodelle sechs allgemeine und fünf inhaltsbezogene mathematische Kompetenzen unterschieden, die das gesamte Spektrum mathematischen Arbeitens beschreiben. Die allgemeinen mathematischen Kompetenzen umfassen „Mathematisch argumentieren“, „Probleme mathematisch lösen“, „Mathematisch modellieren“, „Mathematische Darstellungen verwenden“, „Mit symbolischen, formalen und technischen Elementen der Mathematik umgehen“ und „Kommunizieren“. Bei den inhaltsbezogenen mathematischen Kompetenzen handelt es sich um „Zahl“ (Leitidee 1), „Messen“ (Leitidee 2), „Raum und Form“ (Leitidee 3), „Funktionaler Zusammenhang“ (Leitidee 4) sowie „Daten und Zufall“ (Leitidee 5). Im IQB-Bildungstrend 2018 kamen Aufgaben zu allen oben genannten Kompetenzen zum Einsatz.

Nähere Informationen zu den Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Sekundarstufe I finden Sie hier.

Welche Kompetenzbereiche wurden in den naturwissenschaftlichen Fächern getestet?

Die Grundlage für die Entwicklung der Bildungsstandards in den naturwissenschaftlichen Fächern Biologie, Chemie und Physik bildet ein gemeinsames Konzept der naturwissenschaftlichen Grundbildung, das für die drei Fächer mit den vier gemeinsamen Kompetenzbereichen „Fachwissen“, „Erkenntnisgewinnung“, „Bewertung“ und „Kommunikation“ konkretisiert wurde. Wie bereits im IQB-Ländervergleich 2012 wurden auch im IQB-Bildungstrend 2018 die erreichten Kompetenzen in den Bereichen „Fachwissen“ und „Erkenntnisgewinnung“ in allen drei Fächern erfasst.

Nähere Informationen zu den Bildungsstandards in den Fächern Biologie, Chemie und Physik finden Sie hier.

Was wurde außer den Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler noch erhoben?

Die Kompetenztests wurden durch einen Schülerfragebogen ergänzt, mit dem Angaben zu schulischen und außerschulischen Lernbedingungen erfasst wurden. Diese Angaben können bei der Interpretation der Testergebnisse berücksichtigt werden und dienen dazu, Zusammenhänge zwischen den Rahmenbedingungen des Lehrens und Lernens und der Kompetenzentwicklung von Schülerinnen und Schülern aufzudecken.

Die Jugendlichen und ihre Eltern wurden außerdem gebeten, Angaben zu ihrer Herkunft sowie zum Beruf und zur Ausbildung der Eltern zu machen. Diese Angaben zur familiären Situation bilden die Grundlage zur Bestimmung sozialer und zuwanderungsbezogener Disparitäten. Der Elternfragebogen wurde dabei erstmals in mehreren Sprachen (Deutsch, Arabisch, Englisch, Polnisch, Russisch und Türkisch) zur Verfügung gestellt.

Darüber hinaus wurden die Fachlehrkräfte in den einbezogenen Fächern und die Schulleiterinnen und Schulleiter der teilnehmenden Schulen schriftlich über die schulischen Lehr- und Lernbedingungen befragt. Weiterhin wurden Indikatoren für die kognitiven Grundfähigkeiten der Schülerinnen und Schüler erhoben. Mit der Erfassung von Hintergrundvariablen werden fundierte und differenzierte Analysen der Ergebnisse der Studie ermöglicht, die wichtige Anhaltspunkte für die Weiterentwicklung der Bildungssysteme der Länder liefern können.

Wer verantwortet die Studie und wer hat die Studie durchgeführt?

Auftraggeber der Studie sind die Kultusministerinnen und Kultusminister der Länder. Die wissenschaftliche und datenschutzrechtliche Gesamtverantwortung für den IQB-Bildungstrend liegt beim Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) an der Humboldt-Universität zu Berlin unter der Leitung von Prof. Dr. Petra Stanat. Am IQB wurden die eingesetzten Messinstrumente und Fragebögen entwickelt, erprobt und optimiert. Mit der Organisation und Durchführung der Studie wurde die IEA Hamburg beauftragt. Der Test selbst wurde von externen Testleiterinnen und Testleitern durchgeführt, die von der IEA Hamburg für diese Aufgabe geschult wurden.

Wer wertet die Studie aus?

Die Bewertung („Kodierung“) der Antworten der Schülerinnen und Schüler und die Datenaufbereitung erfolgten durch die IEA Hamburg nach Maßgaben des IQB. Die Auswertung der Daten und die Bestimmung der erreichten Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler in den Ländern wird am IQB vorgenommen.

Wann werden die Ergebnisse der Studie berichtet?

Die Ergebnisse der Datenauswertung werden in einem Bericht zusammengefasst, der am 18. Oktober 2019 veröffentlicht wird. Im Anschluss an diese Veröffentlichung werden alle teilnehmenden Schulen in einer separaten Rückmeldung eine Zusammenfassung der an der Schule erzielten Ergebnisse erhalten.

Weitere Informationen
Kontakt

Dr. Nicole Mahler, Dr. Stefan Schipolowski

(030) 2093-46578, -46584

iqb-bt2018@
iqb.hu-berlin.de

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