Normierungsstudie 2026

Seit Sommer 2022 wurden von Lehrkräften unter Federführung des IQB und Anleitung bzw. Beratung durch wissenschaftliche Kooperationspartner*innen aus der Fachdidaktik neue Testaufgaben zu zentralen Kompetenzen in den Fächern Deutsch und Mathematik entwickelt. Die Erstellung neuer Aufgabenpools ist Teil einer umfassenden Modernisierung des Testsystems des IQB, um einerseits die in den weiterentwickelten Bildungsstandards beschriebenen Kompetenzen abzubilden und andererseits auf digitales Testen umzustellen. Die neuen Aufgaben wurden im Jahr 2024 erstmals umfassend an Schulen erprobt und anschließend weiter optimiert.

Ansprechpartner*innen

Zum Team

In der Normierungsstudie 2026 wurden die neu entwickelten Testaufgaben einer für die gesamte Bundesrepublik repräsentativen Stichprobe von Schüler*innen vorgelegt. Die Normierungsdaten werden zum einen zur Festlegung nationaler Kompetenzskalen (Punkteskalen) genutzt und bilden zum anderen die Grundlage zur Entwicklung von Kompetenzstufenmodellen zu den weiterentwickelten Bildungsstandards. Die Kompetenzskalen und Kompetenzstufenmodelle werden in Zukunft für die Berichtlegung zum Bildungsmonitoring (z. B. bei den IQB-Bildungstrends) verwendet.

An der Normierungsstudie 2026 nahmen etwa 12.000 Schüler*innen der Jahrgangsstufen 3 und 4 an rund 455 allgemeinen Schulen und Förderschulen aus allen 16 Bundesländern teil. Der Erhebungszeitraum erstreckte sich von Anfang März bis Anfang Mai 2026. In den teilnehmenden Klassen wurde die Erhebung an zwei in der Regel aufeinanderfolgenden Vormittagen im genannten Zeitraum durchgeführt.

Die Studie wurde auf der Grundlage von Beschlüssen der Kultusministerinnen und Kultusminister der Länder im Zusammenhang mit der Gesamtstrategie der Kultusministerkonferenz zum Bildungsmonitoring durchgeführt. Die wissenschaftliche und datenschutzrechtliche Gesamtverantwortung für die Studie liegt beim Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) an der Humboldt-Universität zu Berlin unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Petra Stanat. Am IQB wurden die eingesetzten Erhebungsinstrumente entwickelt und erprobt. Mit der Organisation und Durchführung der Studie war die IEA Hamburg beauftragt. Die Erhebung selbst wurde von externen Erhebungsleiterinnen und Erhebungsleitern durchgeführt, die zuvor von der IEA Hamburg für diese Aufgabe geschult wurden.

Im Fach Deutsch wurden Aufgaben zum Lesen, zum Zuhören, zur Orthografie sowie zum Kompetenzbereich "Sprache und Sprachgebrauch untersuchen" vorgelegt. Im Fach Mathematik kamen Aufgaben zu allen fünf in den Bildungsstandards definierten inhaltlichen Kompetenzbereichen ("Leitideen") zum Einsatz. Es wurden verschiedene Aufgabenformate verwendet, darunter Aufgaben mit geschlossenem Antwortformat (z. B. Multiple-Choice-Aufgaben, bei denen aus verschiedenen Antwortmöglichkeiten auszuwählen ist) sowie Aufgaben mit offenem Format, bei denen die Schüler*innen ihre Antwort selbst formulieren müssen. Die Aufgaben nutzten dabei die Vorteile der digitalen Testumgebung, z. B. durch den Einsatz von Videos.

Da in der Untersuchung viele verschiedene Aufgaben eingesetzt wurden, erhielten die Kinder teilweise unterschiedliche Aufgaben. Jede*r Schüler*in bearbeitete also nur einen kleinen Teil der gesamten Aufgabenmenge. Welche Aufgabenzusammenstellung ein*e einzelne*r Schüler*in zu bearbeiten hatte, wurde nach dem Zufallsprinzip festgelegt. Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Schwerpunkten "Lernen", "Sprache" und "Emotionale und soziale Entwicklung" erhielten im Schwierigkeitsgrad angepasste Testaufgaben und einen kürzeren Fragebogen.

In den meisten Klassen bearbeiteten die Schüler*innen alle Aufgaben sowie den Fragebogen auf dem Tablet. In einigen Klassen wurden stattdessen etablierte Erhebungsinstrumente auf Papier vorgelegt, um für die Entwicklung der neuen Kompetenzstufenmodelle Vergleichswerte zu erhalten.

Unten auf dieser Seite finden Sie einen Link zu Aufgabenbeispielen. Die Beispiele illustrieren wichtige Aufgabenformate.

Lehrkräfte, sonstiges pädagogisches Personal oder Erziehungsberechtigte erhalten zu keinem Zeitpunkt Einblick in die Testantworten oder die Angaben der Schüler*innen im Fragebogen. Die Angaben in den Test- und Befragungsinstrumenten wurden ausschließlich pseudonymisiert (d. h. ohne Schul- und Schüler*innennamen) erfasst und verarbeitet. Alle Berichte über die Ergebnisse der Studie werden auf zusammengefassten Daten beruhen. Es wird also nicht möglich sein, die Ergebnisse einzelnen Personen zuzuordnen.

Die Einhaltung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen ist eine wesentliche Voraussetzung für die Durchführung der Studie. Alle im Rahmen der Studie eingesetzten Unterlagen und Abläufe wurden vorab datenschutzrechtlich geprüft und vom Ministerium des jeweiligen Bundeslandes genehmigt. Bitte beachten Sie auch unsere Erläuterungen zum Datenschutz im IQB-Bildungstrend.

Weitere Informationen 🔗

Beispielaufgaben

IEA Hamburg