Normierungsstudie 2027
In der Normierungsstudie 2027 werden die neu entwickelten Testaufgaben einer für die gesamte Bundesrepublik repräsentativen Stichprobe von Schüler*innen vorgelegt. Die Normierungsdaten werden zum einen zur Festlegung nationaler Kompetenzskalen (Punkteskalen) genutzt und bilden zum anderen die Grundlage zur Entwicklung von Kompetenzstufenmodellen zu den weiterentwickelten Bildungsstandards. Die Kompetenzskalen und Kompetenzstufenmodelle werden in Zukunft für die Berichtlegung zum Bildungsmonitoring (z. B. bei den IQB-Bildungstrends) verwendet.
An der Normierung in den Fächern Deutsch und Englisch nehmen Schüler*innen der Jahrgangsstufen 9 und 10 an allgemeinen Schulen und Förderschulen in allen Bundesländern teil. Der Testzeitraum erstreckt sich von Anfang März bis Anfang Mai 2027. In den teilnehmenden Klassen wird die Erhebung an zwei in der Regel aufeinanderfolgenden Vormittagen im genannten Zeitraum durchgeführt.
Die Normierung im Fach Französisch wird im selben Zeitraum ebenfalls in den Jahrgangsstufen 9 und 10 an allgemeinen Schulen in sechs Bundesländern durchgeführt. Die Erhebung findet in den teilnehmenden Lerngruppen an einem Vormittag statt.
Die Studie findet im Zusammenhang mit der Gesamtstrategie der Kultusministerkonferenz zum Bildungsmonitoring statt und wird auf der Grundlage von Beschlüssen der Kultusministerinnen und Kultusminister der Länder durchgeführt. Die wissenschaftliche und datenschutzrechtliche Gesamtverantwortung für die Studie liegt beim Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) an der Humboldt-Universität zu Berlin unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Petra Stanat. Am IQB wurden die eingesetzten Erhebungsinstrumente entwickelt und erprobt. Mit der Organisation und Durchführung der Studie ist die IEA Hamburg beauftragt. Die Erhebung selbst wird von externen Erhebungsleiter*innen durchgeführt, die von der IEA Hamburg für diese Aufgabe geschult werden.
Im Fach Deutsch werden Aufgaben zum Lesen, zum Zuhören, zur Orthografie sowie zum Kompetenzbereich "Sprache und Sprachgebrauch untersuchen" vorgelegt. In den Fächern Englisch und Französisch kommen Aufgaben zum Lese- und Hörverstehen zum Einsatz. Es werden verschiedene Aufgabenformate verwendet, darunter Aufgaben mit geschlossenem Antwortformat (insbesondere Multiple-Choice-Aufgaben, bei denen aus verschiedenen Antwortmöglichkeiten auszuwählen ist) sowie Aufgaben mit offenem Format, die eine kurze Antwort erfordern. Die Aufgaben nutzen dabei die Vorteile der digitalen Testumgebung, z. B. durch den Einsatz von Videos.
Da in den Erhebungen viele verschiedene Aufgaben eingesetzt werden, erhalten die Jugendlichen teilweise unterschiedliche Aufgaben. Jede*r Schüler*in bearbeitet also nur einen kleinen Teil der gesamten Aufgabenmenge. Welche Aufgabenzusammenstellung ein*e einzelne*r Schüler*in zu bearbeiten hat, wird nach dem Zufallsprinzip festgelegt.
Bei der Normierung zu den Fächern Deutsch und Englisch erhalten Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Schwerpunkten "Lernen", "Sprache" und "Emotionale und soziale Entwicklung" im Schwierigkeitsgrad angepasste Testaufgaben und einen kürzeren Fragebogen.
In den meisten Klassen bearbeiten die Schüler*innen alle Aufgaben sowie den Fragebogen am PC oder Laptop. In einigen Klassen werden stattdessen etablierte Erhebungsinstrumente auf Papier vorgelegt, um für die Entwicklung der neuen Kompetenzstufenmodelle Vergleichswerte zu erhalten.
Lehrkräfte, sonstiges pädagogisches Personal oder Erziehungsberechtigte erhalten zu keinem Zeitpunkt Einblick in die Testantworten oder die Angaben der Schüler*innen im Fragebogen. Die Angaben in den Test- und Befragungsinstrumenten werden ausschließlich pseudonymisiert (d. h. ohne Schul- und Schüler*innennamen) erfasst und verarbeitet. Alle Berichte über die Ergebnisse der Studie werden auf zusammengefassten Daten beruhen. Es wird also nicht möglich sein, die Ergebnisse einzelnen Personen zuzuordnen.
Die Einhaltung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen ist eine wesentliche Voraussetzung für die Durchführung der Studie. Alle im Rahmen der Studie eingesetzten Unterlagen und Abläufe werden vorab datenschutzrechtlich geprüft und vom Ministerium des jeweiligen Bundeslandes genehmigt. Bitte beachten Sie auch unsere Erläuterungen zum Datenschutz im IQB-Bildungstrend.