Erprobungsstudie 2027

Seit Sommer 2025 werden von Lehrkräften unter Federführung des IQB und Beratung durch wissenschaftliche Kooperationspartner*innen aus der Fachdidaktik neue Testaufgaben zu zentralen Kompetenzen in den Fächern Mathematik, Biologie, Chemie und Physik in der Sekundarstufe I entwickelt. Die Erstellung neuer Aufgabenpools ist Teil einer umfassenden Modernisierung des Testsystems des IQB, um einerseits die in den weiterentwickelten Bildungsstandards beschriebenen Kompetenzen abzubilden und andererseits auf technologiebasiertes Testen umzustellen.

Ziel der Erprobungsstudie 2027 ist es, die neu entwickelten Testaufgaben einer größeren Zahl an Schüler*innen vorzulegen, um sicherzustellen, dass sie im Schwierigkeitsgrad angemessen und für die Schüler*innen allgemein gut verständlich sind. Die Erkenntnisse aus der Erprobungsstudie sollen genutzt werden, um die Aufgaben weiter zu verbessern, bevor sie in weiteren Erhebungen bis hin zum Bildungsmonitoring (IQB-Bildungstrends) eingesetzt werden.

Um die Güte der Testaufgaben angemessen bewerten zu können, ist es auch erforderlich, schulische und außerschulische Lernbedingungen zu erfassen. Deshalb werden die Schüler*innen sowie die Lehrkräfte gebeten, einen Fragebogen auszufüllen.

An der Aufgabenerprobung werden Schüler*innen der 9. Jahrgangsstufe an allgemeinen Schulen und Förderschulen in allen Bundesländern teilnehmen. Der Testzeitraum erstreckt sich von Mai bis Juli 2027. An den einzelnen Schulen wird die Erhebung an zwei in der Regel aufeinanderfolgenden Vormittagen im genannten Zeitraum durchgeführt. An Förderschulen gibt es nur einen Erhebungstag.

Die Studie findet im Zusammenhang mit der Gesamtstrategie der Kultusministerkonferenz zum Bildungsmonitoring statt und wird auf der Grundlage von Beschlüssen der Kultusministerinnen und Kultusminister der Länder durchgeführt. Die wissenschaftliche und datenschutzrechtliche Gesamtverantwortung für die Studie liegt beim Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) an der Humboldt-Universität zu Berlin unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Petra Stanat. Am IQB werden die eingesetzten Erhebungsinstrumente entwickelt und vorerprobt. Mit der Organisation und Durchführung der Studie ist die IEA Hamburg beauftragt. Die Erhebung selbst wird von externen Erhebungsleiter*innen durchgeführt, die von der IEA Hamburg für diese Aufgabe geschult werden.

Im Fach Mathematik werden Aufgaben zu allen fünf in den Bildungsstandards beschriebenen inhaltsbezogenen Kompetenzbereichen ("Leitideen") vorgelegt: Zahl und Operation, Größen und Messen, Strukturen und funktionaler Zusammenhang, Raum und Form, Daten und Zufall. Die Aufgaben zu den Fächern Biologie, Chemie und Physik beziehen sich jeweils auf die Sachkompetenz, die Erkenntnisgewinnungskompetenz und die Bewertungskompetenz.

Es werden verschiedene Aufgabenformate verwendet, darunter Aufgaben mit geschlossenem Antwortformat (insbesondere Multiple-Choice-Aufgaben, bei denen aus verschiedenen Antwortmöglichkeiten auszuwählen ist) sowie Aufgaben mit offenem Format, die eine kurze Antwort erfordern. Die Aufgaben nutzen dabei die Vorteile der digitalen Testumgebung, z. B. durch den Einsatz von Videos und digitalen Werkzeugen wie GeoGebra.

Die Schulstichprobe wird so aufgeteilt, dass in etwa einem Drittel der Schulen nur Aufgaben zum Fach Mathematik vorgelegt werden und in den anderen Schulen nur Aufgaben zu den Naturwissenschaften (Biologie, Chemie, Physik).

Sowohl für Mathematik als auch für die Naturwissenschaften gilt: Da viele verschiedene Aufgaben erprobt werden sollen, erhalten die Jugendlichen innerhalb einer Klasse teilweise unterschiedliche Aufgaben. Jede*r Schüler*in bearbeitet also nur einen kleinen Teil der insgesamt zu erprobenden Aufgaben. Welche Aufgabenzusammenstellung ein*e einzelne*r Schüler*in zu bearbeiten hat, wird nach dem Zufallsprinzip festgelegt.

Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Schwerpunkten "Lernen", "Sprache" und "Emotionale und soziale Entwicklung" erhalten im Schwierigkeitsgrad angepasste Testaufgaben und einen kürzeren Fragebogen.

An den meisten Schulen bearbeiten die Schüler*innen alle Aufgaben auf dem PC oder am Laptop. In einigen Fällen kommen auch Tablets zum Einsatz, um überprüfen zu können, welchen Einfluss das Endgerät auf die Bearbeitung der Aufgaben hat.

Lehrkräfte, sonstiges pädagogisches Personal oder Erziehungsberechtigte erhalten zu keinem Zeitpunkt Einblick in die Testantworten oder die Angaben der Schüler*innen im Fragebogen. Die Angaben in den Test- und Befragungsinstrumenten werden ausschließlich pseudonymisiert (d. h. ohne Schul- und Schüler*innennamen) erfasst und verarbeitet. Alle Berichte über die Ergebnisse der Studie werden auf zusammengefassten Daten beruhen. Es wird also nicht möglich sein, die Ergebnisse einzelnen Personen zuzuordnen.

Die Einhaltung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen ist eine wesentliche Voraussetzung für die Durchführung der Studie. Alle im Rahmen der Studie eingesetzten Unterlagen und Abläufe werden vorab datenschutzrechtlich geprüft und vom Ministerium des jeweiligen Bundeslandes genehmigt. Bitte beachten Sie auch unsere Erläuterungen zum Datenschutz im IQB-Bildungstrend.