PISA 2025: Ergebnisse auf einer Linie mit IQB-Bildungstrend
Am 8. September 2026 wurden die Ergebnisse der internationalen Schulleistungsstudie PISA 2025 von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris veröffentlicht. Zeitgleich stellte das Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien die Befunde für Deutschland in Berlin vor. Die Ergebnisse bestätigen die bedenklichen Entwicklungen, die bereits im IQB-Bildungstrend 2024 sichtbar geworden sind. Sie verdeutlichen – insbesondere mit Blick auf die Sicherung der Bildungsqualität und die Herstellung gerechter Bildungschancen – große Herausforderungen und dringenden Handlungsbedarf für das deutsche Bildungssystem.
Die Ergebnisse von PISA bestätigen das, was wir schon im IQB-Bildungstrend 2024 gesehen haben: Das erreichte Kompetenzniveau der Schülerinnen und Schüler hat sich weiter reduziert und der Anteil derjenigen, die besonders schwache Leistungen erzielen, ist deutlich zu hoch. In Mathematik zum Beispiel verfehlten im IQB-Bildungstrend 34 % der Jugendlichen den Mindeststandard für den MSA, in PISA erreichten ebenso viele Jugendliche nicht die Kompetenzstufe II. Die Schlussfolgerungen, die Bund und Länder in ihrem Roadmap-Prozess in Reaktion auf die Egebnisse des IQB-Bildungstrends 2024 gezogen haben, sind daher weiterhin richtig. Jetzt kommt es darauf an, die in der Roadmap definierten Handlungsfelder konsequent evidenzbasiert umzusetzen. Für das zentrale Handlungsfeld der datengestützten Qualitätsentwicklung hat die SWK sehr konkrete Vorschläge gemacht, wie die bereits vorhandenen Instrumente zu einem kohärenten System weiterentwickelt werden könnten. Dies sollte zügig in Angriff genommen werden.
Prof. Dr.
Petra Stanat
wissenschaftliche Leitung des IQB
Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick 🔗
- Historischer Tiefstand: Jugendliche in Deutschland erzielen die niedrigsten Ergebnisse seit Beginn der PISA-Erhebungen.
- Deutschland im Durchschnitt: Die Kompetenzen der 15-Jährigen liegen in allen drei Bereichen (Naturwissenschaften, Lesen, Mathematik) im OECD-Durchschnitt.
- Sinkende Basiskompetenzen: Ein Viertel (Naturwissenschaften) bis ein Drittel (Lesen und Mathematik) der Jugendlichen in Deutschland erreicht keine ausreichenden Basiskompetenzen.
- Hohe Bildungsungleichheit: Deutschland weist im internationalen Vergleich große Kompetenzunterschiede zwischen Jugendlichen aus sozial benachteiligten und privilegierten Familien auf.
- Mangelnde Unterrichtsqualität: Jugendliche in Deutschland schätzen die Klassenführung und konstruktive Unterstützung durch die Lehrkraft schlechter ein als im OECD-Durchschnitt.
Weiterführende Informationen 🔗
Die Zusammenfassung der Ergebnisse für Deutschland sowie den vollständigen Bericht zu PISA 2025 gibt es hier: https://www.zib.education/pisa/pisa-2025/
Weitere Stellungnahmen zur Veröffentlichung der PISA-Ergebnisse gibt es im Rahmen der Pressemitteilung der KMK.
Die Bund-Länder-Roadmap für bessere Bildung sowie das SWK-Gutachten zur datengestützten Entwicklung und Steuerung in Schulen und frühkindlicher Bildung stehen kostenlos zum Download bereit.