Bildungswissenschaftliches Wissen und der Erwerb professioneller Kompetenz in der Lehramtsausbildung (BilWiss)

 

Erhebungszeitraum

2009-2016
verfügbar seit 08/2017
Testpopulation Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter zu Beginn der zweiten Ausbildungsphase
Stichprobe Referendarinnen und Referendare (N=ca. 3.300)
Erfasste Kompetenzen Konzeptuell-analytisches Wissen
Kontextfragebögen für Referendarinnen und Referendare
Region Nordrhein-Westfalen
dazugehörige Institution(en)

Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (MPIB), Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main

Federführung

Prof. Dr. Mareike Kunter (Goethe-Universität Frankfurt), Prof. Dr. Detlev Leutner (Universität Duisburg-Essen), Prof. Dr. Ewald Terhart (Universität Münster), Prof. Dr. Jürgen Baumert (MPIB Berlin)

Finanzierung

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Link zur Studie

BilWiss

Zitationsvorschlag

Kunter, M., Leutner, D., Terhart, E. & Baumert, J. (2014). Bildungswissenschaftliches Wissen und der Erwerb professioneller Kompetenz in der Lehramtsausbildung (BilWiss) (Version 4) [Datensatz]. Berlin: IQB – Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen. http://doi.org/10.5159/IQB_BilWiss_v4

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Diskussionen über die Verbesserung der Lehrerbildung thematisieren besonders häufig das Verhältnis zwischen Theorie und Praxis. Speziell die universitäre Ausbildung sei zu praxisfern und umfasse zu viele Inhalte, die für die spätere Berufsausübung irrelevant seien. Dieser Vorwurf betrifft neben dem fachwissenschaftlichen Anteil des Studiums vor allem den bildungswissenschaftlichen Anteil, der darüber hinaus als inhaltlich beliebig und wenig kumulativ wahrgenommen wird.

In einer 1. Phase setzte das Projekt „Bildungswissenschaftliches Wissen und der Erwerb professioneller Kompetenz bei Lehramtskandidaten (BilWiss)“ an dieser Diskussion an. Ausgehend von psychologischen Theorien zum Wissenserwerb wird angenommen, dass die im Rahmen der universitären Ausbildung erworbenen wissenschaftlichen Inhalte eine grundlegende Bedingung für den späteren Kompetenzerwerb sind. Die Grundhypothese des Projekts BilWiss lautete:

Bildungswissenschaftliche Inhalte und Zusammenhänge stellen einen begrifflichen Rahmen dar, den Lehrkräfte benötigen, um Unterrichts‐ und Schulereignisse angemessen zu interpretieren, zu reflektieren und so für die eigene Kompetenzentwicklung zu nutzen.

Zur Prüfung dieser Annahme wurden in mehreren Schritten bildungswissenschaftliche Themen theoretisch durch Dokumentenanalysen entwickelt und empirisch durch eine Delphi‐Studie mit Experten aus der Lehrerbildung ermittelt. Diese Themen bildeten die Grundlage für die Entwicklung eines Messinstruments, das es erlauben sollte, das deklarative und konzeptuell‐analytische Wissen von Lehramtsanwärter(inne)n (LAA) objektiv und direkt zu erfassen. Nach Pilotierungs‐ und Feldstudien zur Erprobung der Items lag ein Instrument mit 289 Aufgaben (vorwiegend Multiple Choice‐Items) vor. Im nächsten Schritt wurde der Wissenstest in der Hauptuntersuchung des BilWiss‐Projekts an allen Studienseminaren in Nordrhein‐Westfalen (NRW) mit einer Kohorte von 3298 Universitätsabsolvent(inn)en durchgeführt, welche sich unmittelbar zu Beginn der zweiten Ausbildungsphase (dem Vorbereitungsdienst) befanden. Die statistische Analyse der Testdaten ergab, dass mithilfe des Wissenstests die sechs bildungswissenschaftlichen Dimensionen Unterrichtsgestaltung, Lernen und Entwicklung, Diagnostik und Evaluation, Bildungstheorie, Schule als Bildungsinstitution und Lehrerberuf als Profession gemessen werden können. Ein Teil der LAA aus der Hauptstudie (n=362) nahm im Rahmen der längsschnittlichen Untersuchung an einer Zwischenerhebung nach einem Jahr im Vorbereitungsdienst teil.

Darauf aufbauend stand in der 2. Projektförderphase BilWiss‐Beruf: „Die Bedeutung des bildungswissenschaftlichen Hochschulwissens für den Berufseinstieg von Lehrkräften“ vor allem die Frage nach der praktischen Handlungsrelevanz des bildungswissenschaftlichen Wissens im Vordergrund. Dabei ist davon auszugehen, dass bestimmte bildungswissenschaftliche Inhaltsbereiche auch für unterschiedliche Aufgabenbereiche prädiktiv sind. In der Studie BilWiss‐Beruf wurde daher eine multikriteriale Perspektive eingenommen, um die erfolgreiche Bewältigung unterschiedlicher Aufgaben des Lehrerberufs zu untersuchen. Im Rahmen dieser zweiten Projektförderphase BilWiss‐Beruf wurde die längsschnittliche Untersuchung der LAA aus der 1. Projektphase weitergeführt: die LAA wurden erneut am Ende des Vorbereitungsdienstes (n=284) sowie erneut ca. zwei Jahre nach dem vollständigen Berufseinstieg (n=101) befragt.

Darüber hinaus zielte das Projekt darauf ab, die Entwicklung des bildungswissenschaftlichen Wissens in Abhängigkeit unterschiedlicher Lerngelegenheiten zu untersuchen. Im Speziellen lag der Fokus dabei auf der Untersuchung der differenziellen Entwicklung zweier Kohorten angehender Lehrkräfte, die unterschiedlich lange und unterschiedlich gestaltete Formen des Vorbereitungsdienstes durchliefen. Um den Kohortenvergleich anstellen zu können, wurde eine weitere Stichprobe angehender Lehrkräfte gezogen, die zu Beginn (n=511) und am Ende des Vorbereitungsdienstes (n=386) sowie ebenso ca. zwei Jahre nach Berufseinstieg (n=104) erhoben wurde. Das quasi‐experimentelle Design ergab sich mit der Einführung einer Reform der Lehrerbildung im Land Nordrhein‐Westfalen, mit der Veränderungen des Vorbereitungsdienstes einhergingen, die mit dem Start des Vorbereitungsdienstes der Kohorte 2 wirksam wurden.

Das Projekt „Bildungswissenschaftliches Wissen und der Erwerb professioneller Kompetenz bei Lehramtskandidaten (BilWiss)“, ist ein Verbundprojekt zwischen dem Max‐Planck‐Institut für Bildungsforschung (Prof. Dr. Jürgen Baumert), der Goethe‐Universität Frankfurt (Prof. Dr. Mareike Kunter; Projektkoordinatorin), der Universität Duisburg‐Essen (Prof. Dr. Detlev Leutner) und der Westfälischen Wilhelms‐Universität Münster (Prof. Dr. Ewald Terhart). Es wurde finanziert im Rahmen des BMBF-Förderprogramms „Empirische Bildungsforschung" in der Förderlinie „Entwicklung von Professionalität des pädagogischen Personals in Bildungseinrichtungen“ (ProPäda).

Das Projekt „Die Bedeutung des bildungswissenschaftlichen Hochschulwissens für den Berufseinstieg von Lehrkräften“ (BilWiss‐Beruf) ist ein Verbundprojekt zwischen der Goethe‐Universität Frankfurt (Prof. Dr. Mareike Kunter; Projektkoordinatorin), der Universität Duisburg‐Essen (Prof. Dr. Detlev Leutner), der Westfälischen Wilhelms‐Universität Münster (Prof. Dr. Ewald Terhart), sowie der Technischen Universität München (Prof. Dr. Tina Seidel). Es wurde finanziert im Rahmen des BMBF-Förderprogramms der Förderlinie „Kompetenzmodellierung und Kompetenzerfassung im Hochschulsektor“ (KoKoHs).

 

Literatur

Eine Auswahl an Publikationen finden Sie in dieser PDF Literaturliste (Stand: 14.05.2019).

 

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Dokumentation

Hier finden Sie weiterführendes Material zur Studie.

PDF BilWiss Skalenhandbuch