Erprobungsstudie 2019 zu den Bildungsstandards Deutsch und Englisch in der Sekundarstufe I

Ziele und Inhalte der Erprobungsstudie

Im Rahmen der Vorbereitung des IQB-Bildungstrends 2021 wurden von Lehrkräften unter Federführung des IQB und Anleitung bzw. Beratung durch wissenschaftliche Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner aus der Fachdidaktik ergänzende Testaufgaben in den Fächern Deutsch und Englisch entwickelt. Diese werden unter anderem benötigt, um veraltete Aufgaben zu ersetzen und eine höhere Messgenauigkeit bei Schülerinnen und Schülern mit gering ausgeprägten Kompetenzen zu erzielen. Ziel der Erprobungsstudie 2019 ist es, die neu entwickelten Testaufgaben vor deren Einsatz im IQB-Bildungstrend 2021 einer größeren Zahl an Schülerinnen und Schülern vorzulegen, um sicherzustellen, dass sie im Schwierigkeitsgrad angemessen und für die Schülerinnen und Schüler allgemein gut verständlich sind.

Um die Güte der Testaufgaben angemessen bewerten zu können, ist es auch erforderlich, die schulischen und außerschulischen Bedingungen, unter denen die Jugendlichen lernen, zu untersuchen. Deshalb bitten wir die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte, einen Fragebogen auszufüllen.

Wer nimmt an der Studie teil und wann findet sie statt?

An der Erprobungsstudie nehmen etwa 5.800 Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe an fast 300 allgemeinen Schulen und Förderschulen aus neun Bundesländern teil. Der Testzeitraum erstreckt sich von April bis Mai 2019. An den einzelnen Schulen wird die Erhebung an einem einzelnen Vormittag im genannten Zeitraum stattfinden.

Wer verantwortet die Studie und wer führt sie durch?

Die wissenschaftliche und datenschutzrechtliche Gesamtverantwortung für die Studie liegt beim Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) an der Humboldt-Universität zu Berlin unter der Leitung von Prof. Dr. Petra Stanat. Am IQB wurden die eingesetzten Erhebungsinstrumente entwickelt, vorerprobt und optimiert. Mit der Organisation und Durchführung der Studie wurde die IEA Hamburg beauftragt. Der Test selbst wird von Testleiterinnen und Testleitern durchgeführt, die von der IEA Hamburg für diese Aufgabe geschult wurden.

Welche Aufgaben werden in den Tests verwendet?

Es werden verschiedene Aufgabenformate verwendet: a) geschlossene Aufgabenformate (z. B. sogenannte Multiple-Choice-Aufgaben, bei denen aus verschiedenen Antwortalternativen auszuwählen ist), b) halboffene Aufgabenformate (mit einer Kurzantwort zu bearbeitende Aufgaben) und c) offene Aufgabenformate (z. B. frei zu formulierende Antworten mit einer Länge von mehreren Sätzen). Geschlossene Aufgabenformate werden maschinell ausgewertet. Halboffene und offene Formate erfordern Beurteilungen durch geschulte Kodiererinnen und Kodierer anhand von genauen Kodieranweisungen.

Wird jede Schülerin/jeder Schüler die gleichen Aufgaben bearbeiten?

Bei der Untersuchung werden verschiedene Aufgabenhefte eingesetzt. Jede Schülerin bzw. jeder Schüler bearbeitet also nur einen kleinen Teil der ingesamt zu erprobenden Aufgaben. Welches Aufgabenheft eine einzelne Schülerin/ein einzelner Schüler bearbeitet, wurde nach dem Zufallsprinzip festgelegt. Schülerinnen und Schülern an Förderschulen werden Aufgaben vorgelegt, die von Expertinnen und Experten aus der Sonderpädagogik entwickelt wurden.

Wie werden die Aufgaben bearbeitet?

An einem Teil der Schulen erhalten die Schülerinnen und Schüler alle Aufgaben auf Papier, während in anderen Schulen einige der Aufgaben am Computer bearbeitet werden. Auf diese Weise soll im Rahmen der Machbarkeitsstudie zum technologiebasierten Assessment (TBA) überprüft werden, ob Unterschiede zwischen der papier- und computerbasierten Bearbeitung von Aufgaben bestehen.

Wie wird mit den erhobenen Daten umgegangen?

Lehrkräfte, anderes Schulpersonal oder Erziehungsberechtigte werden zu keinem Zeitpunkt Einblick in die Testantworten oder die Angaben im Schülerfragebogen erhalten. Die bearbeiteten Aufgabenhefte und Fragebögen werden von den Testleiterinnen und Testleitern nach der Bearbeitung eingesammelt und direkt an die IEA Hamburg weitergeleitet. Im Anschluss an die Erhebungen werden die Daten durch die IEA Hamburg aufbereitet und in pseudonymisierter Form (d. h. ohne Schul- und Schülernamen) an die Studienleitung am IQB zur Auswertung übermittelt. Alle Berichte über die Ergebnisse der Studie werden auf zusammengefassten Daten beruhen. Es wird also nicht möglich sein, die Ergebnisse einzelnen Personen zuzuordnen.

Die Einhaltung aller datenschutzrechtlichen Bestimmungen ist Voraussetzung für die Durchführung der Studie. Alle in der Studie verwendeten Unterlagen und Abläufe wurden von den Kultusministerien der beteiligten Länder unter Einbezug des bzw. der Datenschutzbeauftragten geprüft und freigegeben.

Gibt es für die Teilnahme an dem Test eine Note?

Es geht bei der Aufgabenerprobung nicht darum, die Leistungen der Schülerinnen und Schüler zu vergleichen oder eine einzelne Schule zu bewerten. Vielmehr soll die Eignung der Testaufgaben für den späteren Einsatz im IQB-Bildungstrend 2021 untersucht werden. Für das Testergebnis werden deshalb keine Noten vergeben. Die engagierte Teilnahme der Schülerinnen und Schüler ist dennoch sehr wichtig, um gute Aufgaben auswählen zu können.

Gibt es eine Rückmeldung zu den Ergebnissen der Studie?

Ja. Im Anschluss an die Datenerhebung und –auswertung werden Ende des Jahres 2019 alle teilnehmenden Schulen eine Zusammenfassung der an der Schule erzielten Ergebnisse erhalten.

Weitere Informationen
Kontakt

Dr. Stefan Schipolowski, Dr. Carola Schnitzler

(030) 2093-46584, -46535

iqb-pilot2019@
hu-berlin.de

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